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Wiener U-Bahn: Erster Blick ins Innere des neuen X-Wagens

Wiener U-Bahn: Erster Blick ins Innere des neuen X-Wagens published on

Text: Wiener Linien / P.Meia, N.Cimpa
Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Wiener Linien und Siemens präsentieren Design für neue vollautomatische U-Bahn

Die Wiener Linien haben Siemens im Herbst 2017 mit der Lieferung von 34 vollautomatischen U-Bahnzügen beauftragt. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus die Instandhaltung der Fahrzeuge über 24 Jahre und eine Option auf elf weitere Fahrzeuge. Die sechsteiligen X-Wagen sollen ab 2024 vollautomatisch auf der neuen Linie U5 fahren. Auf den bereits existierenden Linien U1 bis U4 können sie halbautomatisch oder manuell betrieben werden. Die Auslieferung aller Fahrzeuge beginnt Mitte 2020 und soll bis 2030 erfolgen. Produziert werden die Fahrzeuge im Siemens-Werk in Wien.

Bestellte Fahrzeuge: Mindestens 34 Stück (Option auf 11 weitere Züge)
Auftragsvolumen: 550 Mio. Euro
Beginn der Lieferung: Mitte 2020
Lieferung abgeschlossen: 2030
Länge: 111 Meter
Breite: 2,85 Meter
Kapazität: 928 Fahrgäste (statt bisher 882)
Rollstuhlplätze: 6 Stück, davon 2 in der Zugmitte (statt bisher 4 an den Zugenden)

Johanna Griesmayr von der Presse- und Kommunikationsabteilung der Wiener Linien auf Anfrage von BIZEPS-online:
* Großzügige und offen gestaltete Türbereiche, die das Ein- und Aussteigen erleichtern
* Sechs statt bisher vier Rollstuhlplätze, zwei zusätzliche in den beiden mittleren Wagons.
* Spaltüberbrückungen bei allen Türen (statt bisher nur bei der ersten und letzten Tür).
* Besser auffindbare Priority-Sitze (in Blau gekennzeichnet)

Anm.: Priority-Sitz bezeichnet einen Sitzplatz, der für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität gedacht und entsprechend gekennzeichnet ist und neben den entsprechenden Betriebstüren ein von außen sichtbares Piktogramm tragen muss.

Erster Blick ins Innere des X-Wagens
Youtube-Video: Wiener Linien – X-Wagen/Siemens

Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer und der CEO von Siemens Österreich, Wolfgang Hesoun, ermöglichten am 8. März 2018 einen ersten Blick ins Innere der neuen U-Bahn. „Unsere Stadt wächst, die Zahl unserer Fahrgäste wächst und daher wächst natürlich auch unser U-Bahn-Netz inklusiver moderner Fahrzeuge. Mit dem X-Wagen fährt bald eine völlig neue U-Bahn-Generation durch unsere Stadt. Diese neuen U-Bahnen haben ein größeres Platzangebot und können daher noch mehr Menschen rasch von A nach B bringen. Wir haben auch die Plätze für Familien mit Kinderwägen erhöht und auf ein höchstes Maß an Barrierefreiheit geachtet“, erklärt Öffi-Stadträtin Ulli Sima bei der Präsentation heute im Siemens-Werk in Simmering.
Anm.: Für einen zusätzlichen Lift am Stephansplatz (U1/U3) wurden keine finanziellen Mittel von den politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung gestellt obwohl dies zugesagt wurde. Die nachgerüsteten Aufzüge sind ein Schwachpunkt im Wiener U-Bahnnetz der Wiener Linien.

„Mit dem X-Wagen stellen wir die Weichen für den vollautomatischen U-Bahn-Betrieb. Die neuen Züge sind auf dem neuesten Stand der Technik und wurden extra für Wien entwickelt. Sie werden sowohl vollautomatisch auf der U5, als auch auf anderen Linien mit Fahrer unterwegs sein. Der Innenraum ist großzügig gestaltet. Um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern und noch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Fahrgäste einzugehen, gibt es erstmals eine Kombination aus den gewohnten Quersitzen, mit Längs- und Klappsitzen“, erklärt Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

Ab 2020 ist der erste X-Wagen im Einsatz
Der erste X-Wagen soll bereits Mitte 2020 seinen Dienst im Wiener U-Bahn-Netz aufnehmen. Er kann sowohl mit Fahrpersonal, als auch vollautomatisch eingesetzt werden. Bereits vor der Inbetriebnahme der vollautomatischen U5 ab 2024 wird er auf den Linien U1-U4 zum Einsatz kommen. Bis 2030 werden alle 34 Züge ausgeliefert und ersetzen schrittweise die „Silberpfeile“, die bereits seit den 70er-Jahren unterwegs sind.

„Der X-Wagen ist nach dem Silberpfeil und dem V-Wagen bereits die dritte Generation an U-Bahnzügen, die Siemens an die Wiener Linien liefern wird. Es freut mich, dass wir in Wien die Entwicklung hin zum autonomen Fahrbetrieb mit unserem Know-How begleiten dürfen. Das ist ein schönes Zeichen für das anhaltende Kundenvertrauen in unsere Fahrzeuge, zeigt die Wertschätzung unseres Werks in Wien und ist ein wichtiger Beitrag zur lokalen Wertschöpfung“, erklärt Wolfgang Hesoun, CEO von Siemens Österreich.

Das kann der neue U-Bahn-Zug
Der X-Wagen bietet einen offen gestalteten Innenraum und großzügige Einstiegsbereiche. Die Fahrgäste gelangen dadurch bequemer ins Wageninnere und können schneller Ein- und Aussteigen. Dafür sind die Sitze neu angeordnet – erstmals wird es eine Kombination aus den gewohnten Quersitzen, mit Längs- und Klappsitzen geben.
Die dadurch entstehenden Mehrzweckbereiche bieten insbesondere Eltern mit Kinderwägen und Fahrgästen mit mehr Gepäck angenehm Platz. Klapprampen bei allen Türen und zusätzliche Rollstuhlplätze in der Mitte des Zuges ermöglichen außerdem ein höchstes Maß an Barrierefreiheit.

Die Züge sind in Leichtbauweise ausgeführt und die eingesetzten Materialien sind zu über 90 Prozent wiederverwertbar. Die Sitze bestehen aus hochwertig beschichtetem Schichtholz. Der Einsatz von LED-Beleuchtung und einer besonders energiesparenden Heizungs- und Klimaausrüstung sorgen für einen niedrigen Energieverbrauch der Züge.

Anm.: Es stellt sich auch die Frage ob man als Rollstuhlnutzer gegen die Fahrtrichtung „einparken“ muss – wie bei den Autobussen empfohlen bzw. in den Richtlinien der Wiener Linien zu lesen. Auch beim V-Wagen waren ursprünglich alle Türen mit einer Spaltüberbrückung vorgesehen. Die Spaltüberbrückung wird im Winter wegen „Streusplit“ deaktiviert. Bei einer Fahrgastkapazität von 928 bei einer Länge von 111 Metern erscheinen uns 6 Rollstuhlabstellplätze etwas wenig, vor allem in der Rushhour (Stoßzeit) aber auch wenn viele Eltern mit Kinderwägen unterwegs sind. Da der X-Wagen auch ohne Zugpersonal eingesetzt wird, können gezielte Hackerangriffe bzw. technische Gebrechen den U-Bahn – Betrieb lahmlegen. Streiks des Zugpersonals dürften in Zukunft jedoch der Vergangenheit angehören. Wir sind auf alle Fälle neugierig, wie sich die Bundeshauptstadt und der öffentliche Verkehr entwickelt.

 

Edwin Kremmel: Würdigung eines Menschen, der mutig eingeschritten ist

Edwin Kremmel: Würdigung eines Menschen, der mutig eingeschritten ist published on

Text: ÖA Marktgemeinde Lustenau
Einen späten Akt der Entschuldigung und eine Würdigung für seine herausragende Zivilcourage erfuhr kürzlich der 86-jährige Lustenauer Edwin Kremmel. Er hatte im Jahre 1955 einen Pflegezögling des Lustenauer Versorgungsheims, eine behinderte junge Frau, die zur Strafe im Kerker weggesperrt war, unerschrocken befreit. Sein beherztes und menschliches Handeln brachte ihm damals ein gerichtliches Nachspiel und großes Ungemach.

V.l.n.r.: Laudator Albert Lingg, Bürgermeister Kurt Fischer, Isolde und Edwin Kremmel und Rudolf Prinesdomu

Dokumentationsarchiv österreichischer Heimkinder stieß auf Akten
Das Dokumentationsarchiv österreichischer Heimkinder machte die Gemeinde vergangenen Herbst auf den Fall aufmerksam. Die Mitglieder des Archivs waren bei Recherchen nach Misshandlungen von Heimkindern unter 70 000 Akten auf einen betreffenden Zeitungsartikel gestoßen. Der „Wiener Echo“ hatte Ende der 1950er Jahre in einer Reihe, in der es um ungerechte Gerichtsverfahren ging, ihre Titelgeschichte Edwin Kremmel und seinem Handeln gewidmet. Mit dem Titel „Strenge Strafe für Menschlichkeit“ wurde über seine Hilfe für die junge Ingeborg Wilhelm, die im Lustenauer Versorgungsheim untergebracht war, berichtet.

Kerkerstrafe für behinderte Frau
Die mental und körperlich behinderte junge Frau war im Herbst 1955 zur Strafe für „ungebührliches Verhalten“ gegenüber den betreuenden Ordensschwestern vom Heimverwalter in den Kerker des Heims weggesperrt worden. Ohne Krücken fast bewegungsunfähig, lag sie tagelang beim Fenster und schrie um Hilfe –sie habe Angst, man lasse sie dort sterben. Edwin Kremmel, damals junger Tischlergeselle im benachbarten Betrieb, konnte sich das nicht länger ansehen und stellte den Verwalter zur Rede, er solle das Mädchen wieder freilassen, ohne Erfolg. Damit man ihm glaubte, fotografierte er das Mädchen hinter den Gittern und machte sich auf. Er packte sein Werkzeug, brach die Kerkertür auf und brachte das Mädchen wieder in dessen Zimmer hinauf.

Strafe für Menschlichkeit und unbequeme Wahrheiten
Für seine Zivilcourage erfuhr Edwin Kremmel vom Mädchen und den anderen Heimbewohnern großen Dank – aber nicht von der Gemeinde. Die auch damals verbotene Freiheitsberaubung des Heimzöglings war nicht lang Thema in der Gemeindevertretung, sondern: Der Heimverwalter erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Gemeindevertretung überließ nach kurzen Diskussionen über die Rechtmäßigkeit des Verhaltens vom Verwalter „die Sache dem Gericht“ und so kam es, dass Edwin Kremmel eine bedingte Haftstrafe für sein Tun ausfasste. In Vorarlberg hatte die sozialdemokratische Zeitung „Der Volkswille“ den Fall unter „Mittelalterliche Methoden“ öffentlich gemacht, gekontert von einem rechtfertigenden „Leserbrief“ im konservativen „Volksblatt“. Dann wurde der Fall zu den Akten gelegt, wo er gut 60 Jahre lagerte. Bis Rudolf Prinesdomu und weitere Mitglieder vom Archiv österreichischer Heimkinder bei ihren Recherchen darauf stießen.

Umgang mit Schwächsten der Gesellschaft
Was später aus der jungen Frau geworden ist, konnte vom Historischen Archiv Lustenau und dem Meldeamt der Gemeinde im Zuge der jetzt erfolgten Würdigung recherchiert werden: Fakt ist, dass Ingeborg Wilhelm nach dem öffentlich gewordenen Vorfall von 1955 vom Versorgungsheim weg in die Landeswohltätigkeits- und Irrenanstalt Valduna Rankweil verlegt wurde. Die letzten Jahrzehnte verbrachte sie in Heimen in Tirol, wo sie 2006 in Ried im Oberinntal verstarb. Edwin Kremmel hat das Foto von der wehrlosen Frau, das er damals gemacht hat, bis heute aufbewahrt.

Dank und Würdigung durch die Gemeinde und das Dokumentationsarchiv
Auch wenn man das Gerichtsurteil und die Strafe heute nicht mehr gutmachen kann, so wollten Bürgermeister Kurt Fischer und die Gemeindeverantwortlichen die Ungerechtigkeit von damals ins rechte Lot zu rücken und Edwin Kremmel danken. Beim Ehrenabend, der am 13. März im Gasthof Krönele stattfand, hob Bürgermeister Kurt Fischer in seiner Würdigung die Zivilcourage von Edwin Kremmel hervor, der nicht wegsah bei einem Unrecht, sondern mutig einschritt und schlug die Brücke zum heurigen Gedenkjahr 2018.
Auch den Mitgliedern des Dokumentationsarchivs war es ein besonderes Anliegen, Edwin Kremmel persönlich Danke zu sagen. Sie sind größtenteils selber ehemalige Heimkinder, denen in ihrer Kindheit statt Liebe und Geborgenheit unter staatlicher und kirchlicher Obhut Furchtbares geschah.
Rudolf Prinesdomu hob beim Ehrenabend hervor, dass Edwin Kremmels Verhalten eine große Ausnahme war: „Unter all den 70 000 gesichteten Akten fanden wir nur zwei Beispiele, wo ein Unbeteiligter bei wahrgenommenen Misshandlungen eingeschritten ist. Sie haben eben nicht weggesehen, ein wahrer Mitmensch mit aufrechtem Gang. Danke, Herr Kremmel.“

Der komplette Artikel: Homepage der Marktgemeinde Lustenau

Landtagswahlen 2018: Eva Glawischnig und Novomatic

Landtagswahlen 2018: Eva Glawischnig und Novomatic published on

Text: Pepo Meia, Niels Cimpa
Dr. Eva Glawischnig die ehemalige Bundesparteivorsitzende und Klubobfrau der GRÜNEN gab am 2.März 2018 bekannt, dass sie beim NÖ-Glücksspielkonzern Novomatic per 1. März 2018 als Managerin tätig sein wird und legte ihre Parteimitgliedschaft bei den GRÜNEN zurück. Sie sieht sich selbst als „Verantwortungsmanagerin“, die ihren kritischen Geist nicht aufgegeben hat. Novomatic wurde von den GRÜNEN, aber auch von Glawischnig selbst, in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert. Nun ist Glawischnig beruflich dort tätig.

Glawischnig schadet den GRÜNEN
Am 2. März, fünf Tage nach der TIROL-Landtagswahl, gab Dr. Eva Glawischnig bekannt, dass sie beim NÖ-Glücksspielkonzern Novomatic per 1. März 2018 als Managerin tätig sein wird.
Glück für die GRÜNEN in TIROL war, dass Glawischnig erst fünf Tage nach der Landtagswahl ihren neuen Job beim NÖ-Glücksspielkonzern öffentlich bekannt gab. Pech für die KÄRNTNER GRÜNEN war, dass Glawischnig zwei Tage vor der Landtagswahl am 4. März ebendieses bekannt wurde. Die KÄRNTNER GRÜNEN flogen daraufhin aus dem Landtag. Bei der Landtagswahl in TIROL, die am 25. Februar 2018 stattgefunden hat, schafften die GRÜNEN wieder den Einzug in den Landtag. Landeshauptmann Günther Platter führt bereits seit 8. März Koalitionsverhandlungen mit den GRÜNEN.

Die Landtagswahl in Salzburg findet am 22. April 2018 statt. Ob die GRÜNEN wieder den Einzug schaffen, ist fraglich. Und ob die Glawischnig-Tätigkeit bei Novomatic da noch eine Rolle spielt? Förderlich für die GRÜNEN ist dieser Novomatic-Übertritt sicherlich nicht.

Novomatic – Versorgungsposten für Politiker?
Aber auch schon andere Politiker machten ihr berufliches Glück bei Novomatic: Der nunmehrige EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP, 1997-2003 Novomatic-Vorstand), Ex-Innenminister Karl Schlögl (SPÖ, 2004-2011 Novomatic-Aufsichtsrat), Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ, Novomatic-Berater in Südamerika und Osteuropa).

Die GRÜNEN und die Behindertenpolitik
Als die GRÜNEN Mitte der 80er-Jahren erstmals den Sprung ins Parlament geschafft haben, wurde auch der Rollstuhlfahrer DSA Manfred Srb Nationalratsabgeordneter und Behindertensprecher. Als Betroffener hatte er erheblichen Anteil, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderung einer großen Öffentlichkeit bekannt wurden. 1994 wurde die Oberösterreicherin Theresia Haidlmayr, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt, Behindertensprecherin. Seit 2008 war Helene Jarmer (Präsidentin vom Gehörlosenbund) Behindertensprecherin der GRÜNEN im Parlament. Der Streit mit Peter Pilz (Ur-Gestein der GRÜNEN), hat sehr geschadet und seit November 2017 sind die GRÜNEN nicht mehr im Parlament vertreten. Die Liste PILZ – die den Einzug ins Parlament schaffte, hat keinen Betroffenen in ihren Reihen, will aber die Anliegen von Menschen mit Behinderung so gut wie möglich vertreten.

Regierungserklärung von Landeshauptfrau Mikl-Leitner

Regierungserklärung von Landeshauptfrau Mikl-Leitner published on

Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Nationalrat in den Landtag
Text: Pepo Meia, David Herrmann
Die konstituierende Landtagssitzung fand am 22. März statt. Die zentralen Themen der Regierungserklärung von Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) waren Arbeit, Gesundheit, Mobilität und Familie. 53 von 56 Abgeordneten wählten sie erneut zur Landeshauptfrau. Die Volkspartei stellt sechs der neun Regierungsmitglieder, die SPÖ zwei und die FPÖ ist mit Gottfried Waldhäusl vertreten, der schon öfter mit polarisierenden Aussagen bzgl. Integration von Asylwerbern aufgefallen ist.

Königsberger-Ludwig vom Nationalrat in den Landtag
Die langjährige Behindertensprecherin der SPÖ Ulrike Königsberger-Ludwig wechselte vom Nationalrat in den Niederösterreichischen Landtag nach St. Pölten. Am 12. März wurde die langjährige Behindertensprecherin im neuen Regierungsteam der Sozialdemokraten präsentiert. Sie ist neben Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) in der Landesregierung vertreten.
Königsberger-Ludwig war seit 2002 Nationalratsabgeordnete, seit 2011 Vizebürgermeisterin in Amstetten und seit 2014 stellvertretende Landesparteivorsitzende. Das Ressort sei eine große Aufgabe, sagte die neue Landesrätin.
Die 52-jährige Oberösterreicherin ist nun für Gesundheit, soziale Verwaltung mit Kinder- und Jugendwohlfahrt, Gleichstellung und Gleichbehandlung sowie Rettungswesen zuständig. Diese Themen seien der SPÖ ein besonderes Anliegen, betonte Landesparteivorsitzender Franz Schnabl.
Renate Gruber, die Bürgermeisterin von Gaming rückt für Königsberger-Ludwig in den Nationalrat nach. Wer sozialdemokratischer Behindertensprecher wird, ist noch nicht bekannt.

NÖ Landtagswahl 2018
Die ÖVP unter Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verfehlte beim niederösterreichischen Urnengang am 28. Jänner mit 49,6% (-1,1%) nur knapp die absolute Mehrheit der Stimmen, erhielt diese jedoch in Mandaten. Die SPÖ hatte 23,9% (+2,3%) erreicht und leicht zugelegt. Die FPÖ verdoppelte trotz der NS-Liederbuchaffäre ihre Mandate und kam auf 14,8% (+6.6%), hatte sich allerdings zuvor mehr erwartet. Die GRÜNEN zogen mit 6,4% (-1,6%) mit leichten Verlusten ebenfalls wieder in den Landtag ein, haben allerdings keinen Klubstatus mehr. Auch NEOS schafften erstmals mit 5,2% den Einzug. Das Team Stronach, kandidierte nicht mehr.
Die Mandatsverteilung: ÖVP: 29 (-1) , SPÖ: 13 (+0), FPÖ: 8 (+4), GRÜNE: 3 (-1), NEOS: 3 (+3)

Stephen Hawking ist verstorben – Ein Nachruf

Stephen Hawking ist verstorben – Ein Nachruf published on

Text: Pepo Meia, Niels Cimpa
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist tot. Der 76-Jährige verstarb in den frühen Morgenstunden des 14. März 2018 in seinem Haus in Cambridge. Hawking war dort 30 Jahre lang Professor und hatte den renommierten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne. Hawking gilt als einer der größten Naturwissenschaftler aller Zeiten. Bekannt wurde der Physiker durch seine Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern.

Hawking versuchte über Jahrzehnte, Albert Einsteins Relativitätstheorie mit der Quantenphysik zu vereinen und auf diese Weise eine Art „Weltformel“ zu finden – in der Sprache der Physiker eine „Große Vereinheitlichte Theorie“, die alle Bereiche des Universums beschreiben kann, vom Mikro- bis zum Makrokosmos.

Die wichtigsten kosmologischen Arbeiten von Hawking:
• Mathematische Begründung dafür, dass das Universum mit einem Urknall entstanden ist. (1965)
• Grundlegende Theorie der Schwarzen Löcher. (1973)
• Beweis, dass Schwarze Löcher Materie nicht nur verschlucken, sondern langsam verdampfen und dabei Strahlung aussenden – Die sogenannte Hawking-Strahlung.

Hawking galt als eine Art Popstar der Wissenschaft. Er war nicht nur in der Fachwelt angesehen, sondern auch bei vielen Leuten populär, die sich sonst nicht mit Astrophysik beschäftigen. Der Forscher tauchte immer wieder in Büchern, Filmen, Musikvideos oder Serien wie „Star Trek“, „Big Bang Theory“ oder „Die Simpsons“ auf.
Das Privatleben kam trotz seiner Karriere nicht zu kurz: Der Brite war zweimal verheiratet und hatte drei Kinder. Nach 30 Jahren Ehe scheiterte die Beziehung mit seiner Jugendliebe. Später bezeichnete ihn seine erste Frau als einen „Haustyrannen“. 1995 heiratete Hawking seine Pflegerin, die Verbindung dauerte elf Jahre.

Hawking, ein untypisch alt gewordener ALS-Patient
Der 1942 in Oxford geborene Physiker erkrankte schon als Student an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), jedoch mit langsamen Verlauf. Seit 1968 war Hawking auf einen Rollstuhl angewiesen, viele Jahrzehnte lang konnte er sich kaum noch bewegen und sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen. Hawking war nicht trotz, sondern wegen seiner Erkrankung so ein einzigartiger Kosmologe, der ohne seiner Erkrankung seine Theorien gar nicht hätte entwickeln können. Da er nicht mehr schreiben konnte, musste er sich viel mehr merken um überhaupt seine Thesen aufstellen zu können. „Er hatte ein vierdimensionales Vorstellungsvermögen“ mutmaßen viele seiner Fachkollegen.
Dass Hawking fast 55 Jahre lang mit ALS lebte, ist eher untypisch. „In der Regel ist das fortschreiten der Erkrankung ALS durch einen rascheren Verlauf geprägt“, sagt dazu Rehatechniker Klaus Brückner vom Forum ALS (www.als-info.at). Viele Patienten erhalten ihre Diagnose oft sehr spät, in diesem Zusammenhang ist ein Verlauf ab der Diagnose von bis zu sieben Jahren üblich. Die Krankheit äußert sich durch muskuläre Schwächen in den Beinen oder in den Armen oder durch Beschwerden beim Schlucken, Atmen und Sprechen. „Daher ist die Versorgung mit Hilfsmitteln sehr unterschiedlich entsprechend dem Verlauf der Erkrankung. Die Wahrnehmung und der Intellekt sind von der Erkrankung nicht eingeschränkt, wie man am Beispiel Hawkings gut sehen kann.“

Zuletzt nahmen die Kräfte von Stephen Hawking deutlich ab und in seinen letzten Jahren wurde er immer mehr zum Mahner. Der Physiker warnte medienwirksam vor Gefahren, die aus seiner Sicht die Menschheit bedrohen: Klimawandel, Meteoriteneinschläge, Atomkriege und durch Gentechnik hergestellte Viren könnten die Erde gefährden. Seine Botschaft: Die Menschheit müsse sich Ausweichmöglichkeiten im All schaffen, falls es zu einer hausgemachten Katastrophe kommen sollte. Auch Maschinen traute er nicht. Eine Bedrohung durch künstliche Intelligenz sei durchaus realistisch – Intelligente Roboter könnten eines Tages klüger werden als ihre Schöpfer.
Hawking veröffentlichte zudem zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher. Der 1988 erschienene Titel „Eine kurze Geschichte der Zeit“ machte ihn auch bei Laien populär.

Der Todestag von Stephen Hawking („Der Kosmos entstand durch eine Singularität und braucht daher keinen Schöpfer“), der 14. März ist auch der Geburtstag von Albert Einstein (Relativitätstheorie – „Gott würfelt nicht“) aber auch der internationale Pi – Tag (3.14 amerikanische Datumsschreibweise).
„Science Buster“ Mag. Werner Gruber (Planetarium Wien) sinngemäß: „Allein dieser Umstand lässt mich an meinem atheistischen Gedankenbild zweifeln – Ich hab mich noch nicht entschieden, ob Atheist oder Agnostiker.“ Weiters ist Gruber überzeugt, dass Hawking Albert Einsteins Relativitätstheorie „den Arsch gerettet hat“. Er konnte mit Hilfe der Quantenphysik beweisen, dass schwarze Löcher Temperatur haben.

Bekannte Werke von Hawking
„Eine kurze Geschichte der Zeit“ (1988): (1988): Der Bestseller beschäftigt sich mit dem Ursprung des Universums und der Rolle der Zeit. Dabei erläutert Hawking Phänomene wie den Urknall und die Schwarzen Löcher. Am Fortsetzungsband „Die kürzeste Geschichte der Zeit“ (2005) wirkte sein US-Kollege Leonard Mlodinow mit.

„Das Universum in der Nussschale“ (2001): Hawking befasst sich in diesem Buch mit verschiedenen Theorien, die die Kräfte der Physik erklären. Der Text und viele Illustrationen zeigen, wie man sich das Weltall und seine Bausteine vorzustellen hat.

„Giganten des Wissens“ (2005): In einem Streifzug durch die Geschichte zeigte der Autor, wie Geistesgrößen von Nikolaus Kopernikus über Galileo Galilei bis Albert Einstein unsere Wahrnehmung der Welt seit Jahrhunderten geprägt und verändert haben.

„Der geheime Schlüssel zum Universum“ (2007): Das zusammen mit seiner Tochter Lucy verfasste Buch richtet sich an Kinder ab zehn Jahren. Es führt sie auf eine Abenteuerreise zu fernen Planeten.

„Die unglaubliche Reise ins Universum“ (2009): Im Fortsetzungsband der Hawkings zum „Geheimen Schlüssel“ geht es erneut um eine packende Reise ins Weltall, um Außerirdische und eine spannende Schatzsuche. Viele Bilder machen das Buch anschaulich.

„Der Große Entwurf“ (2010): Hawking und sein Kollege Mlodinow erläutern ihre Ansicht, dass Gott bei der Entstehung der Welt nicht beteiligt war. Sie habe sich nach den Gesetzen der Physik selbst erschaffen.

„Meine kurze Geschichte“ (2013): Mit Ironie und ohne jedes Selbstmitleid gewährt Hawking in der Autobiografie Einblicke in sein Privat- und Berufsleben.

Gasometer Haupteingang: Fehlplanung

Gasometer Haupteingang: Fehlplanung published on

Text: Pepo Meia, Niels Cimpa,
Die Gasometer in Wien-Simmering sind vier in der Fassade erhaltene, ehemalige Gasbehälter aus dem Jahr 1896.

History
1899 gingen die Wiener Gasometer als Speicher für das damals größte Gaswerk Europas in Betrieb. Seit Anbeginn sind die vier zylindrischen Gebäude das Wahrzeichen von Simmering. 1975 wurde der Betrieb eingestellt.
Durch den jahrzehntelangen großtechnischen Gaswerksbetrieb wurden Untergrundbelastungen durch Phenole, Kohlenwasserstoffe und Cyanide am Areal festgestellt und mehrere Teile des Geländes im Jahr 1996 als Altlast W18 im Altlastenkataster des Umweltbundesamtes aufgenommen.

In einem umfangreichen Umbau von 1999 bis 2001 wurden die Gasometer revitalisiert. Die charakteristische Ziegelmauer und der Dachstuhl blieben erhalten, das Innere hingegen wurde mit Wohnungen, Büros, einem Studentenheim, einem Einkaufszentrum und einer großen Veranstaltungshalle gefüllt. Jeder Gasometer erhielt dabei eine eigene Identität. Insgesamt gibt es 615 Wohnungen in unterschiedlichen Größen als Eigentums-, Genossenschafts- oder als Mietwohnungen. In Gasometer B ist zudem ein Studentenwohnheim mit 247 Plätzen untergebracht.

Mit der U-Bahn-Station Gasometer U3 ist man ideal an die Stadt angebunden. Sie liegt unterirdisch. Die Station wurde im Zuge der Freigabe des fünften und bislang letzten Teilstücks der U3 am 2. Dezember 2000 eröffnet.
In den ursprünglichen Planungen für den Simmeringer Ast der U3 aus den 1990er Jahren war diese Station nicht vorgesehen und wurde erst in einer späteren Phase nach dem Gasometer-Ideenwettbewerb 1995 eingefügt. Sie verfügt über zwei Seitenbahnsteige und hat als einzige Station auf einer Neubaustrecke nur einen Ausgang. Neben Treppen gibt es auch zwei Lifte, einen auf der Seite nach Simmering und einen Richtung Ottakring und eine Rolltreppe (nur hinauf). Es besteht die Möglichkeit, zur Autobuslinie 72A umzusteigen.

„Little Gasometer-City“
Im Umfeld des ehemaligen Industriegebietes befinden sich das Wiener Wohnen Service-Center, der FSW (Fonds Soziales Wien), die WAG (Wiener Assistenzgenossenschaft) aber auch die Volkshilfe und viele neue Wohnbauten.
In unmittelbarer Nähe der Gasometer befindet sich auch die U3 Station Erdberg (Zentrale der Wiener Linien). Über einen Außenaufzug kommt man auf den Dr. Thomas Klestil Platz, wo sich die MA 40 (Sozialhilfe) befindet. Eine Fehlplanung, da der lange Fußweg für mobilitätseingeschränkte Personen fast unzumutbar ist. Die legendäre Arena (Schlachthof St. Marx – Besetzung 1976), wo noch immer Veranstaltungen stattfinden, befindet sich ebenfalls im näheren Umfeld.

Haupteingang Gasometer – Fehlplanung
Im Jahre 2011 versuchte das Architekten-Team mfg-GmbH (DI Christian Fötschl) den Haupteingang barrierefrei zu gestalten. Der Haupteingang zum Gasometer war vorher ohne Stufen allerdings mit einer mehr als 10%igen Rampe erreichbar.
Immer wieder betonte DI Fötschl, die Fehlplanung der U3 Station, da die Steigung weit mehr als 10% (max. Steigung) zum Haupteingang beträgt. Ein automatischer Türöffner auf der rechten Seite war schon montiert. Links war der Eingang für Kinderwagennutzer, in der Mitte gefährliche Stufen. Es soll schon vorgekommen sein, dass Rollstuhlnutzer durch die Drehtüre gefahren und zu Sturz gekommen sind.

 

Neuerliche Umbauten des Haupteinganges Gasometer
Die automatischen Türöffner wurden wieder abgebaut und durch seitliche Türöffner ersetzt, da sich Angestellte der nahen Lokalitäten über starke Zugluft beschwert haben.
Obwohl der Umbau wegen der Zugluft getätigt wurde, ist es weiterhin eiskalt geblieben. Es hat sich also trotz neuerlichem Umbau an der Zugluft nichts geändert, berichtet eine Aktivistin.

Erlebnisbericht Gasometer Haupteingang 2018
Im März 2018 musste ein E-Rollstuhlfahrer in den Gasometer. Als dieser beim rechten Seiteneingang den Türöffner betätigen wollte, wurde er von einem stürzenden Passanten fast umgeworfen. Der Türöffner funktionierte nicht. Der Türöffner beim linken Seiteneingang (ursprünglich nur für Kinderwägen vorgesehen) funktionierte ebenfalls nicht. Der E-Rollstuhlfahrer gelangte trotzdem in den Gasometer, da ihm ein Kunde freundlicherweise die Türe öffnete.
Einer der beiden kleinen Innenaufzüge war außer Betrieb. Ärgerlich für Kinderwägen und „Rollis“. Es wurde gemutmaßt, dass dieser aus Spargründen von der Hausverwaltung stillgelegt wurde.

Erbost zur internen Hausverwaltung Gasometer
Als der E-Rollifahrer wieder den Gasometer verlassen wollte, funktionierte keiner der beiden Türöffner, die von innen zu betätigen sind. Erbost suchte er die interne Hausverwaltung auf.
Dort wurde ihm mitgeteilt, dass nur der rechte Türöffner (von innen) funktioniert, wenn man 3 Sekunden drückt. Dies sei mit einem Rollstuhlnutzer, der im Gasometer wohnt, abgesprochen.
Wir haben uns mit dem Aktivisten in Verbindung gesetzt, er möchte auf keinen Fall genannt werden. Er sagte er hatte schon im Herbst 2017 eine Schlichtung, wo ausgemacht wurde, dass zumindest eine Beschriftung des Türöffners, dass dieser nach 3 Sekunden öffnet, angebracht wird. Diese Beschriftung fehlt bis heute.
Eine andere Aktivistin, die in der Nähe wohnt und ebenfalls nicht genannt werden möchte, hatte ebenfalls schon eine Schlichtung wegen fehlender Sitzmöglichkeiten im McDonalds-Cafe des Gasometers. Das Ergebnis war für sie unbefriedigend, da lediglich ein Tisch in einer Ecke für „Rollis“ montiert wurde.

Inklusive Lösung unmöglich?
Eine inklusive, befriedigende Lösung für alle scheint nicht in Sicht, da die Interessen sehr unterschiedlich sind.

Anm.: Das Planet.tt in der Bank Austria Halle im Gasometer ist nicht unbedingt behindertenfreundlich, da man nur über einen kleinen Treppenlift zu den Veranstaltungen gelangen kann. Wie uns berichtet wurde, werden auch keine Rollstuhl-Karten mit Begleitperson für die Events im Gasometer angeboten.

Artikel zum Thema:
Neu adaptiertes McDonalds-Cafe im Gasometer für Rollstuhlbenutzer mangelhaft (14-09-2012)
McDonalds-Cafe im Gasometer – noch immer mangelhaft (07-11-2012)

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