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Badner Bahn: Bahnhof Maria Enzersdorf barrierefrei erreichbar?

Badner Bahn: Bahnhof Maria Enzersdorf barrierefrei erreichbar? published on

Text: Pepo Meia, Marlen Senmau
In der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ am 23. Februar 2019 war ein interessanter Beitrag zu sehen. Nach einer Diskussion in einer vorangegangenen Sendung gibt es nun in der Station Maria Enzersdorf Südstadt der Badner Bahn einen Treppenlift. Vorweg: Die Errichtung eines Plattformliftes ist für diese Station, wie in der Bürgeranwaltsendung erwähnt, eine sogenannte „Salamitaktik“ und ist auch unserer Meinung nach eine „Alibilösung“. 

Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek ist mit dieser Lösung nicht einverstanden. 33 Stufen sind zu überwinden, um zur Station zu gelangen. Für mobilitätseingeschränkte Personen, Rollstuhl- und Kinderwagennutzer wäre nur der Bau eines Aufzuges sinnvoll. Dieser soll nach Angaben der Lokalbahnen im Jahre 2020 errichtet werden.

Auf der Homepage der Wiener Lokalbahnen kann man unter dem Titel: „Maria Enzersdorf: Badner Bahn-Haltestelle modernisiert“ mehr über den Stationsumbau erfahren und wie die „Anrainer“ den Euroschlüssel bekommen, damit der Treppenlift am Bahnhof überhaupt benutzt werden kann.

Anm.: Für Kinderwägen ist die Benutzung von Treppenliftern nicht vorgesehen, deshalb haben Kinderwagennutzer normalerweise auch keinen Anspruch auf einen Eurokey. Die Kriterien von tatsächlicher Barrierefreiheit sind erst nach Errichtung eines Aufzugs erfüllt.

Es gibt verschiedene Modelle und Ausführungen von Schrägaufzügen und diese sind, je nach Behinderung, gar nicht so einfach zu bedienen. Eine Fernbedienung ist nicht ersichtlich. Ohne Hilfe ist es schwer möglich diesen Lift zu benutzen.
Wenn der Treppenlift am anderen Ende abgestellt ist, muss dieser mit dem Euroschlüssel „geholt“ werden, und dies ist sehr zeitaufwendig.
Nach unseren Erfahrungen sind Treppenlifter im Außenbereich auch störungsanfälliger und oft außer Betrieb. Wer keinen Euroschlüssel hat, kann ihn auch nicht nutzen.

Die Lokalbahn Wien–Baden, auch Wiener Lokalbahn oder Badner Bahn genannt, ist eine Lokalbahn im Großraum Wien und wird von der Wiener Lokalbahnen GmbH (WLB) betrieben. Das Unternehmen steht im Eigentum der Wiener Stadtwerke und fungiert sowohl als Eisenbahninfrastrukturunternehmen als auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen. (Quelle: Wikipedia)

Post AG und Behindertenanwalt erzielen im Verbands-Schlichtungsverfahren eine außergerichtliche Einigung

Post AG und Behindertenanwalt erzielen im Verbands-Schlichtungsverfahren eine außergerichtliche Einigung published on

Text: Behindertenanwaltschaft
Wien (OTS) – Seit 01.01.2018 hat der Behindertenanwalt die Möglichkeit zur Verbandsklage nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG). Wenn durch ein Unternehmen die Interessen einer größeren Anzahl von Menschen mit Behinderungen erheblich und dauerhaft verletzt werden, kann auch ein Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung einer Diskriminierung gerichtlich durchgesetzt werden. Voraussetzung für die Einbringung einer solchen Verbandsklage ist, dass zuvor ein Schlichtungsverfahren durchgeführt wird.

Ein aktuelles Verfahren betraf die Österreichische Post AG. Es ging um die oftmals mangelhafte Barrierefreiheit von Postpartnern und die diesbezügliche Auswahl von Geschäftspartnern durch die Post.

Nun konnte bereits im Schlichtungsverfahren schnell und unkompliziert eine Einigung erzielt werden. Die Post sicherte zu, bestehende Partnerunternehmen im Hinblick auf ihre barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit hin zu prüfen und gegebenenfalls bei der Realisierung barrierefreier Lösungen zu unterstützen. Seit 2006 mit Rechtsgültigkeit des BGStG wird die Barrierefreiheit explizit zu einem Auswahlkriterium für Postpartnerschaften gemacht. Dies wird künftig auf der Homepage der Post AG auch deutlich ersichtlich sein.

Die Überprüfung der bestehenden etwa 1.350 Postpartner in ganz Österreich wurde bis spätestens Ende 2019 zugesagt.

Somit endete auch dieses Verfahren des Behindertenanwalts mit einer einvernehmlichen Lösung in einer erfolgreichen Schlichtung, deren Ergebnis Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen verhindern hilft. Barrierefreiheit nützt schließlich nicht nur den ca. 15 % Menschen mit Behinderungen in Österreich, sondern ist für Jeden und Jede von Vorteil. Man denke nur an ältere Menschen, Eltern mit Kinderwägen oder Personen mit vorübergehenden Einschränkungen, etwa nach einem Unfall.

Behindertenanwalt Hansjörg Hofer zeigt sich zufrieden. „Der Erfolg auch dieses Verbands-Schlichtungsverfahrens unterstreicht, wie wichtig und effektiv das Verbandsverfahren zur Realisierung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ist“, so Hofer.

Anm.: Anhand des neuen, nicht barrierefreien Postpartners „K. u. K. Büro und Versand“ in 1190 Wien, Mooslackengasse 15-17, werden wir uns ansehen, ob die Post AG ihre Postpartner tatsächlich überprüft und diese dann auch barrierefrei zugänglich sein werden.

Artikel zum Thema:
Ihr neuer Post Partner ist gerne für sie da – aber nicht für alle!

Bankentest Barierefreiheit: BAWAG – Bank Austria

Bankentest Barierefreiheit: BAWAG – Bank Austria published on

Text: David Herrmann
„Banken sind gefährlicher als stehende Armeen“, – ein treffendes Zitat des amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson. Doch so manche Filiale ist gerade für Menschen mit Behinderung ob ihrer fehlenden Barrierefreiheit schier unerreichbar. Ein selbständiger Zugang bleibt dieser Personengruppe oftmals verwehrt. Pepo Meia und Niels Cimpa machten den Test und auch die Fotos.

Beide Filialen scheinen barrierefrei zu sein
Auf den ersten Blick sind die BAWAG-PSK (Taborstraße 37) in Wien-Leopoldstadt und die Bank Austria-Unicredit im 19ten Bezirk (Döblinger Hauptstraße 73a) sehr ähnlich. Beide Banken verfügen über ein Foyer mit Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals und je einen massiven Aufzug aus Edelstahl.

Massive Unterschiede im puncto Barrierefreiheit
Auf den zweiten Blick gibt es jedoch massive Unterschiede. Während das großzügige Foyer der getesteten Bank Austria für Rollstuhlnutzer problemlos zugänglich ist, ist der Zugang zum Foyer der BAWAG-Filiale in der Taborstraße äußerst mangelhaft.

Drei Stufen müssen überwunden werden, um vom Eingangsbereich zu den angebotenen Dienstleistungen (Selbstbedienungsterminals und Bankmitarbeiter) gelangen zu können. Die Bankdienstleistungen selbständig auszuüben bleibt diesen Kunden ebenso verwehrt, wie der Kontakt zu den Bankmitarbeitern. Der massive Lift, der Rollstuhlnutzer über die drei Stufen bringen sollte, ist nur theoretisch selbst zu bedienen, denn am Tag des Tests hat der Aufzug gestreikt.
Bei guter Planung wäre eine ö-normgerechte Innenrampe möglich. Solche massiven Aufzüge – wohlgemerkt in Edelstahlausführung – wurden wohl nicht für Rollstuhlfahrer gebaut, sondern um Automaten und Geldsäcke transportieren zu können. Als Dienstleistungserbringer wäre die ehemalige Gewerkschaftsbank verpflichtet, auch mobilitätseingeschränkte Personen einen barrierefreien Zugang in ihren Filialen zu gewähren – in diesem Fall mit einer Rampe zum Foyer.

Anm.: 2018 hatte die BAWAG einen Rekordgewinn von ca. 570 Mio. Euro und war auf „Einkaufstour“. Sie kaufte unter anderem die deutsche SÜDWESTBANK und hat den Kreditkartenherausgeber PayLife übernommen. Sie ist zudem die erste Großbank in Österreich, die seit 1.1.2019 die Wahlfreiheit der Bankomatkarten mit NFC-Funktion nicht mehr anbietet. Die BAWAG hat ihre AGB,s geändert. Die Möglichkeit der Deaktivierung der NFC-Funktion auf Bankomatkarten ist nicht mehr möglich. Siehe BMIN-Artikel: NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.
Der Gesetzgeber ist gefordert. U.a. sind auch Menschen mit sogenannten „Lernschwierigkeiten“ auf das Bankpersonal angewiesen.

Artikel zum Thema:
BAWAG hat 2018 gut verdient und erwartet weiter starkes Wachstum (Kurier vom 19.02.2019)

Stellungnahme der Liste JETZT – Wahlfreiheit Bankomatkarten mit NFC-Funktion

Stellungnahme der Liste JETZT – Wahlfreiheit Bankomatkarten mit NFC-Funktion published on

Liste JETZT unterstützt BMIN-Forderung und befürwortet eine gesetzliche Regelung
Wie bereits im letzten BMIN-Artikel „NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK“ erwähnt, haben wir alle Parlamentsklubs angeschrieben und um eine Stellungnahme bezüglich unseres Offenen Briefes „Wahlfreiheit Bankomatkarten mit NFC-Funktion“ ersucht.

Die Antwort von der Liste JETZT (vormals Liste PILZ) im Wortlaut:
„… Vielen Dank für die Übermittlung Ihres Offenen Briefes betreffend die Wahlfreiheit Bankomatkarten mit NFC-Funktion. Wie auch der von Ihnen im Brief erwähnte JETZT-Bürgerrechtesprecher Peter Kolba unterstützen wir Ihre Forderung nach einer Wahlfreiheit. Der Kunde bzw. die Kundin sollte darüber entscheiden können, welche zusätzlichen Funktionen die Bankomatkarte hat, die er oder sie verwendet.

Eine entsprechende gesetzliche Regelung würden wir unterstützen, sollte dies im österreichischen Parlament möglich sein. Wir würden eine europaweite Regelung im Sinne Ihres Anliegens begrüßen. Alle Konsumentinnen und Konsumenten sollten in der EU selber entscheiden können, über welche zusätzlichen Funktionen ihre Geldkarte verfügt.

Mit freundlichen Grüßen
Alma Zadic“

Dr. Alma Zadić, LL.M.
Abgeordnete zum Nationalrat
Parlamentsklub Liste Jetzt

BMIN-Artikel: NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK

TU Wien: Gelenkschonender Rollstuhl entwickelt

TU Wien: Gelenkschonender Rollstuhl entwickelt published on

Text: BMIN

Die Technische Universität Wien stellt einen neuartigen Rollstuhltyp vor.

Das Forschungsteam für Biomechanik und Rehabilitationstechnik an der TU Wien hat mithilfe biomechanischer Modelle einen innovativen Rollstuhltyp entwickelt, der statt auf die herkömmlichen Greifringe am Rad auf Kurbeln setzt. Der Kurbelantrieb sei ergonomischer und entspreche den natürlichen Bewegungsmustern des Oberkörpers viel besser, teilt die TU Wien am 12.2.2019 mit.

Gelenke werden durch Handkurbeln geschont

„Der Bewegungsablauf beim Rollstuhlfahren ist normalerweise recht unnatürlich“, so Prof. Margit Gföhler vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Produktentwicklung, TU Wien. „Wenn man den Rollstuhl an einem gewöhnlichen Greifring bewegt, kommt es zu extremen Gelenkstellungen, für die unser Körper einfach nicht gemacht ist.“ Dadurch würden bei Rollstuhlfahrern vielfach Gelenksverletzungen und -schmerzen ausgelöst.

Rollstühle werden durch die Handkurbeln nicht breiter – auch für Innenräume geeignet


Foto: TU-Wien

Ähnlich dem Ansatz bei Handbikeantrieben setzen die Wissenschafter auf Handkurbeln – allerdings befinden sich diese bei dem Aufsatz, der sich laut den Forschern an Standard-Rollstühlen anbringen lässt, an den Armlehnen. Es handle sich hier um „einen völlig eigenen Antrieb“, sagte Forschungsleiterin Margit Gföhler. Im Gegensatz zu den deutlich längeren Handbikes, die vor allem für den sportlichen Einsatz im Freien geeignet sind, ging es dem Team darum, ein System zu bauen, das im Alltag einsetzbar ist. Im Zentrum steht dabei die Flexibilität sowie das Fahren enger Radien.
Die beiden Kurbeln ändern ihre Länge während der Umdrehung, die Drehbewegung ist damit eierförmig, was der Anatomie der Arme und Schultern entgegenkomme. Durch das Kurbeln werden über einen Zahnriemen die Hinterräder angetrieben, die etwas kleiner dimensioniert sein können als bei herkömmlichen Rollstühlen. Durch das System wird der Stuhl demnach weder breiter noch länger. Rückwärts kann man sich mit dem neuen Antrieb zwar noch nicht fortbewegen. Eine Drehung am Stand ist aber möglich, da die Räder jeweils fixiert werden können, wie Gföhler erklärte.

Weniger Anstrengend als ein herkömmlicher Rollstuhl

In Zusammenarbeit mit ihrem medizinischen Partner, dem Rehabilitationszentrum „Weißer Hof“ in Klosterneuburg, haben die Forscher ihre Entwicklung getestet. Dabei zeigte sich, dass die Gelenke nun nur noch im natürlichen Winkelbereich bewegt werden müssen und die Bewegung als angenehm empfunden wird. Analysen der Atemluft beim Fahren mit dem Prototyp ergaben, dass der Betrieb bei der gleichen Fahrtgeschwindigkeit weniger anstrengend ist als mit einen herkömmlichen Rollstuhl.
Die mechanische Effizienz des optimierten Antriebs ist um rund 20 Prozent höher als mit dem Greifring. Beim Gewicht des Prototyps sieht Gföhler jedenfalls noch Potenzial zur Reduktion. Das könnte etwa mit einem Industriepartner, der an der Weiterentwicklung zur Marktreife interessiert ist, vorangetrieben werden. In zwei Jahren könnte der Rollstuhl auf dem Markt sein, meinte Gföhler. Zuvor muss er jedoch medizinisch zugelassen werden. Herkömmliche Rollstühle können auch aufgerüstet werden. Der Rollstuhlantrieb ist bereits zum Patent angemeldet. Jetzt suchen die Forscher nach einem Industriepartner.

Link: Technische Universität Wien

NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK

NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK published on

Text: Pepo Meia, Niels Cimpa, David Herrmann
Wie „Die Presse“ bereits am 9. Jänner 2014 berichtete, hatten die Arbeiterkammer und der VKI schon seinerzeit Bedenken bezüglich der Wahlmöglichkeit bei Geldkarten mit NFC-Funktion. Die BAWAG-PSK war damals österreichweit die einzige Bank, die aktiv die Wahlmöglichkeit einer Karte mit oder ohne NFC-Funktion angeboten hat.

Im Presseartikel vom 9. Jan. 2014 heißt es auszugsweise:
Kunden haben bei kontaktloser Kartenzahlung keine Wahlmöglichkeit, moniert die Arbeiterkammer.

Bis zu 125 Euro Schaden
Mit Ausnahme der BAWAG-PSK, die aktiv die Wahl einer Karte mit oder ohne NFC-Funktion anbietet, werde diese Bezahlfunktion dem Kunden aufgedrängt, kritisieren AK und VKI. Peter Kolba von der VKI-Rechtsabteilung kritisiert im Ö1-“Morgenjournal“, dass die Kunden nicht überall die Wahlmöglichkeit erhalten. Zumal im Falle eines Kartenverlustes ein Schaden von bis zu 125 Euro entstehen kann, sofern dem Kunden zumindest leichte Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.
(Kompletter Presseartikel vom 09.01.2014)

NFC-Zwangsbeglückung durch die BAWAG-PSK
Seit 1. Jänner 2019 haben BAWAG-Kunden keine diesbezügliche Wahlmöglichkeit mehr. Wer die neuen AGB´s beeinsprucht, wird beinhart gekündigt. Gewinnmaximierung statt Kundenfreundlichkeit scheint nun die Devise des Hedgefonds „Cerberus“ und der BAWAG-PSK Verantwortlichen zu sein …

Nach mehrmaliger Anfrage bei der BAWAG-PSK haben wir am 18. Jänner 2019 einen offenen Brief mit 32 Unterstützern, darunter befinden sich auch Politiker, veröffentlicht:
Wahlfreiheit Bankomatkarten mit NFC-Funktion – Offener Brief

Wir haben viele Reaktionen auf unsere Artikel zur NFC-Funktion mittels Bankomatkarten erhalten. Auf die Stellungnahme der BAWAG-PSK vom 14. Dez. 2018 (PDF) auf unsere BMIN-Artikel, wollen wir – BMIN und einige Unterstützer dieses Anliegens – mit einem offenen Brief an die dafür Verantwortlichen der Banken, der Politik und des Konsumentenschutzes appellieren, Wahlfreiheit bezüglich der NFC-Funktion bei Bankomatkarten sicherzustellen.

EU-Richtlinie – Vollharmonisierung des Zahlungsverkehrs
Laut Auskunft vom Konsumentenschutzministerium vom 30.01.2019 steht angeblich eine europäische Richtlinie (Vollharmonisierung des Zahlungsverkehrs) unserer Forderung im Weg. Damit wäre diese Thematik nicht auf nationaler Ebene zu lösen, sondern ein EU-Thema.

Nationale Regelung durchaus möglich
Dr. Peter Kolba, Obmann vom Verein zum Schutz von Verbraucherinteressen und vormals 27 Jahre Leiter des Bereiches Recht im VKI, hat sich mit den Gefahren der NFC beschäftigt und unterstützt unsere Forderung. Er ist jedoch auch der Meinung, dass eine diesbezügliche nationale Regelung durchaus rechtlich möglich wäre.

Peter Hacker setzte auf Freiwilligkeit bei der BAWAG-PSK
Der Wiener Stadtrat für Gesundheit, Soziales und Sport Peter Hacker (SPÖ) setzte auf „Freiwilligkeit“ bei der BAWAG-PSK in dieser Causa. Das Antwortschreiben ist ernüchternd (sinngemäß-auszugsweise): „Der BAWAG noch ihren Partnern ist ein durch NFC verursachter Schadensfall bekannt ist. Laut Auskunft bietet die NFC-Funktion ausschließlich Vorteile für die KundInnen. Die Möglichkeit der Deaktivierung der NFC-Funktion ist nicht vorgesehen.“
Anm.: Wenn dem so ist, warum zwingt man nun die BAWAG-Kunden und kündigt diese, wenn sie die NFC-Funktion nicht haben wollen und bietet nicht wie bis 31.12.2018, aktiv die Wahl einer Karte mit oder ohne NFC-Funktion an?

Videos zum Thema:
Taschendiebstahl per App: Kreditkarte mit eingebautem Risiko
(siehe Youtube-Video) – Anonyme Zahlungen sind bei Mobile Payment nicht mehr möglich – Datenschutz kann nicht gewährleistet werden.

Oma testet Bankberater mit versteckter Kamera (ZDF – WISO)
(siehe YouTube-Video) – Lockvogel Angelika, möchte ein neues Girokonto eröffnen und dabei Bankberater auf die Probe stellen. Dabei erlebt die 67-Jährige allerhand.

Kopf oder Geier?
(siehe Youtube-Video) – Das Lied ist zeitlos und entstand in der jetzigen Fassung bereits zur Jahrtausendwende. Sozial Schwache bleiben oft auf der Strecke.

Wer profitiert von Karten mit NFC- Funktion?
Vor allem Firmen, die Lesegeräte vertreiben.
Mobile Kartenterminals bieten alle Funktionen, die auch ein konventionelles Lesegerät bietet. Es akzeptiert Magnetstreifen, Chip- und NFC-Kreditkarten und alle EC-Karten.
Statt einer monatlichen Grundgebühr kauft man den Kartenleser für einen einmaligen Preis. Danach werden noch Gebühren fällig, wenn der Kartenleser genutzt wird. 0,95 % von EC-Kartenzahlungen und 2,75 % von Kreditkartenzahlungen werden von der Kartenlesefirma einbehalten. Es gibt in diesem Fall keine feste Vertragsbindung.
Der Kartenleser funktioniert in Verbindung mit einer App, die für iOS- und Android-Smartphones/Tablets kostenfrei in den jeweiligen Appstores erhältlich ist. Voraussetzung ist eine vorhandene Internetverbindung am Smartphone.
Das Lesegerät kann ortsunabhängig eingesetzt werden, der integrierte Akku hält bis zu 500 Zahlungsvorgänge durch, bevor er aufgeladen werden muss.
Anm.: Die Kosten tragen im Endeffekt die Konsumenten.

2018 hatte die BAWAG einen Rekordgewinn von ca. 570 Mio Euro und war auf „Einkaufstour“. Sie kaufte unter anderem die deutsche SÜDWESTBANK und hat den Kreditkartenherausgeber PayLife übernommen.

Barzahler schlagen Kartenzahler um sieben Sekunden (derStandard 12.02.2019)
Das schnellste und günstigste Zahlungsmittel ist immer noch die Barzahlung, erhob eine deutsche Studie

BMDW nicht zuständig
Wir haben auch um eine diesbezügliche Stellungnahme von Wirtschaftsministerin Dr. Margarethe Schramböck (ÖVP) ersucht und haben vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort erfahren, dass dieses Ministerium nicht zuständig sei wörtlich (auszugsweise): „Wir haben Ihre Anregung zur Wahlfreiheit von Bankomatkarten mit NFC-Funktion zur Kenntnis genommen. In gegenständlicher Angelegenheit müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass das BMDW nicht zuständig ist.“

Ein Bankenwechsel ist speziell für Menschen mit Behinderung aufwändig. Außerdem ist nicht jeder Kunde auch gleichzeitig Nutzer eines Smartphones (nur mit einer App kann man seine Bankbewegungen in Echtzeit überwachen). Nicht nur ältere Menschen lehnen das ab. Ein persönlicher Kontakt wird für viele Kunden immer wichtiger und sichert somit auch Arbeitsplätze der Bankmitarbeiter.
Viele Bürger verwenden trotz Internets prinzipiell kein online-banking. Ebenso wie beim online-banking, sollte auch Wahlfreiheit bei Geldkarten bzgl. NFC gegeben sein – und keine Zwangsbeglückung von mündigen Bürgern.

Anm.: Es ist jetzt schon so, dass nur widerwillig bei vielen österreichischen Banken Bankomatkarten mit NFC-Funktion umgetauscht werden (nur nach nochmaliger persönlicher Urgenz).
Wir fragen uns schon, warum sollten die anderen Banken die Wahlmöglichkeit bei Bankomatkarten mit NFC-Funktion beibehalten, wenn die BAWAG-PSK als einzige Bank in Österreich diese ab 1. Jänner 2019 nicht mehr gewährt?
Deshalb sollte rasch eine gesetzliche Regelung erfolgen – am besten natürlich EU-weit, da nun die BAWAG-PSK die Wahlmöglichkeit nicht mehr anbietet.
Die ehemalige Gewerkschaftsbank wurde mit öffentlichen Mitteln gerettet. Der Börsengang wurde 2018 vollzogen, BAWAG-Manager wurden fürstlich entlohnt und viele BAWAG-PSK Filialen wurden bereits geschlossen.

BMIN hat alle Parlamentsklubs und Konsumentensprecher, aber auch alle EU-Spitzenkandidaten um eine diesbezügliche Stellungnahme ersucht.

Wie barrierefrei ist Währing?

Wie barrierefrei ist Währing? published on

Text: Naz Kuecuektekin (bz Währing) / Anm. BMIN-Red.
Nicht funktionierende Türöffner und fehlende Rampen – mangelt es Währing etwa an Barrierefreiheit?

(naz.) Gleiches Recht für alle, denn schließlich soll niemand ausgeschlossen oder benachteiligt werden – ein Ansatz von dem unsere Gesellschaft geleitet wird. Umso schockierender ist daher ein aktuelles Anliegen der Initiative Behinderte Menschen Inklusiv (BMIN).
In einem Lokalaugenschein stellt Pepo Meia fest, dass der Zugang zum Amtshaus in der Martinstraße 100, oder der Seniorentagestätte in der Gentzgasse 14-20 nicht unbedingt rollstuhlfreundlich sind.

Nicht möglich ohne Hilfe
„Der automatische Türöffner beim Haupteingang des Amtshauses funktionierte nicht. Auch nicht das Betätigen der Klingel zum Portier. Für die steilen Stufen zum Portier gibt es für Rollstuhlnutzer einen Schrägaufzug. Man muss sich aber Millimeter genau einparken, damit er sich in Bewegung setzt, Auch die Schutzbügel funktionieren nicht automatisch“, so Meia. Ebenfalls kritisiert die Initiative die Barrierefreiheit der Seniorentagestätte in der Gentzgasse. Eine Stufe beim Eingang acht es Rollstuhlfahrern unmöglich hineinzukommen und das obwohl, laut BMIN, seit elf Jahren eine Rampe versprochen wird.

Mängel im Amtshaus temporär (Anm. „zeitlich begrenzt“)
An der Bezirksvorstehung ging die Kritik nicht vorüber. Eine Überprüfung der angesprochenen Mängel fand daher bereits statt. „Beim defekten Türöffner wurde trotz täglicher Funktionsprüfung tatsächlich einen Störung festgestellt, diese jedoch umgehend beseitigt. Eine Störung des Treppenlift konnte im Rahmen der wöchentlichen Prüfung nicht festgestellt werden. Trotzdem wurde eine aus außerordentliche Prüfung veranlasst“, verkündet die zuständige Magistratsabteilung 34 für Bau- und Gebäudemanagement.

Bezirkschefin Silvia Nossek (Grüne), betont zudem, dass das Amtshaus zur Zeit saniert wird und die Mängel temporär sind. „So wie es derzeit ist, bin ich auch nicht wirklich zufrieden, aber mit den Endplänen dafür umso mehr“, gesteht sie au Nachfrage der bz ein. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten soll die neue Aufzugsanlage im Halbstock halten, sodass man über eine Rampe und elektronischen Türöffner vom Eingang Währinger Straße ohne Treppenlift hineingelangen kann, über die dann alle Geschosse barrierefrei erreichbar sind.

Tagesstätte bereits barrierefrei
Beim Wiener Hilfswerk, von dem die Seniorentagesstätte geleitet wird, stößt die Kritik der Initiative nur teilweise auf Verständnis. „Der ursprüngliche geplante barrierefreie Eingang konnte aus technischen Gründen leider nicht verwirklicht werden. Aber es wird mit einer mobilen Rampe gearbeitet, die im Bedarfsfall aufgelegt wird“, heißt es in einem offiziellen Statement. (Link zum bz-Originalartikel – PDF)

BMIN-Artikel zum Thema:
Amtshaus Währing: Barierefreiheit noch mangelhaft
Tageszentrum Währing: Nach 11 Jahren immer noch keine Rollstuhl-Rampe

Anm. BMIN-Red.: Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit der bz-Redakteurin Naz Kuecuektekin, möchten aber noch ergänzend einige Beispiele vom „Bezirkskern Währing“ – unmittelbare Umgebung vom Amtshaus – bzgl. barrierefreie Zugänglichkeiten bringen.

Zuerst ein außergewöhnlich positives Beispiel einer kleinen Trafik gegenüber der Straßenbahnhaltestelle in der Währinger Straße.

            

Mit dem E-Rollstuhl kommt man ohne fremde Hilfe in die Trafik. Wie man auf dem Foto erkennen kann, wurde die Stufe beim Eingang entfernt und mit einer Innenpampe ergänzt – vorbildliche Eigeninitiative!

Im Vergleich dazu die danebenliegende POST-BAWAG-PSK.

     

Die Stufe beim Haupteingang könnte man entfernen. Wie auf dem Foto ersichtlich gibt es zwar einen barrierefrei zugänglichen Hintereingang, der jedoch bei beiden Besuchen verstellt war. Außerdem kann sich ein Betroffener nicht bemerkbar machen, da nicht einmal eine Außenklingel vorhanden ist.

Die Bank Austria – Uni Credit ist tadellos zugänglich.

Die ERSTE Bank, die bzgl. Barrierefreiheit einen guten Ruf genießt, ist in dieser Filiale katastrophal (siehe Fotos unten). Mitarbeiter versicherten, dass noch diesen Sommer diese Filiale barrierefrei zugänglich sein wird. Wir sind gespannt und werden darüber berichten.

   

Bundesverfassung Art. 7 – Bundesbehindertengleichstellungsgesetz – UN-Behindertenrechtskonvention
In Artikel 7 der Österr. Bundesverfassung (einstimmiger Beschluss – seit 1997 in Kraft) ist ein Benachteiligungsverbot für Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des täglichen Lebens festgeschrieben. 2007 wurde von Sozialminister Dr. Erwin Buchinger (SPÖ) die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet. Seit drei Jahren müsste laut Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) der öffentliche Raum barrierefrei sein, aber auch Dienstleitungen, wie Banken und Geschäfte, sollten für behinderte Personen selbstständig (ohne fremde Hilfe) zugänglich sein. Vieles hat sich verbessert, jedoch von Inklusion, wie manche Beispiele zeigen, sind wir noch weit entfernt.

Wiener Linien: Roland Krpata – der Mann hinter den Kulissen

Wiener Linien: Roland Krpata – der Mann hinter den Kulissen published on

Text: Eduard Riha
Kaum jemand in der Szene der an Barrierefreiheit interessierten und auf sie angewiesenen Menschen wird spontan eine Assoziation zu diesem Mann haben.

Aber: Jeder, der die fortschreitende Benutzerfreundlichkeit der Wiener Linien mit Wohlgefallen wahrgenommen hat, sollte diesen Namen erfahren.
Nie hat er sich um öffentlichen Ruhm bemüht und seine Verdienste hinausposaunt und war umso mehr unermüdlich betriebsintern aktiv – nicht immer zur Freude anderer Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes.

Als ich Roland kennenlernte – vor Jahrzehnten – war er der erste Mitarbeiter der Wiener Linien, auf den ich stieß, der zuhören konnte.
Trug man ihm vor, welche Maßnahmen notwendig wären, um Barrierefreiheit voranzutreiben, unterlegte dies mit Argumenten, Hinweisen auf bestehende Normen und technischen Lösungsvorschlägen, öffnete er sich der Diskussion.
War Konsens hergestellt, ließ er nichts unversucht, die Ideen auch in die alltägliche Realität des Verkehrsmittels einfließen zu lassen.

Ein Beispiel: Die ersten Blindenleitlinien in Stationen von Verkehrsmittelbetreibern waren bei den Wiener Linien zu entdecken.
Ein anderes Beispiel: Dass es heute barrierefreie Zugänge zu den U-Bahn Stationen Taubstummengasse und Praterstraße gibt, ist ebenfalls einzig Roland Krpata zu verdanken. Das technische Problem war, die Bahnsteige in beiden Fahrtrichtungen mit Liften zu erschließen. Die einzige Möglichkeit war, den Liftschacht auf der Straßenmitte abzusenken.

Die Widerstände innerhalb des Betriebes waren ebenso groß wie jene der Bezirksvorstehungen – nur der Zähigkeit, um die monatelangen Verhandlungen erfolgreich durchzustehen, haben dazu geführt, dass letztendlich einige Wochen nach der Inbetriebnahme alle zufrieden waren und auch die schlimmsten Nörgler schwiegen.

Viele andere Beispiele sonder Zahl folgten und hinter allen steckte der unermüdliche Roland Krpata, der bedauerlicherweise in wenigen Tagen in Pension geht.
In seinem Fall wahrscheinlich ein Un-Ruhestand.

Bedauerlicherweise scheint es keinen ebenbürtigen Nachfolger zu geben – man möge bei den Wiener Linien ernsthaft über diese Frage nachdenken.
Ich jedenfalls, der ich über lange Zeit beruflich Kontakt auf Augenhöhe mit ihm genoss – bald wurde auch eine persönliche Freundschaft daraus – danke und wünsche ihm alles Gute!

Anm.: Eduard Riha war von 2001 – 2012 Generalsekretär der ÖAR (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation), die 2017 in Österreichischer Behindertenrat (ÖBR) umbenannt wurde.

Behindertenanwalt Hofer: „Die präventive Menschenrechtskontrolle durch die Volksanwaltschaft muss uneingeschränkt gewährleistet sein

Behindertenanwalt Hofer: „Die präventive Menschenrechtskontrolle durch die Volksanwaltschaft muss uneingeschränkt gewährleistet sein published on

Text Behindertenanwaltschaft
Behindertenanwalt Hansjörg Hofer kritisiert Vorstoß der Wirtschaftskammer
Wien (OTS) – Kürzlich regte, wie aus Medienberichten hervorgeht, der Fachverband der Gesundheitsbetriebe der Wirtschaftskammer Österreich in einem Brief an den Nationalratspräsidenten eine Einschränkung der Prüfkompetenz der Volksanwaltschaft im Rahmen der präventiven Menschenrechtskontrolle in Pflegeheimen an.
Behindertenanwalt Hansjörg Hofer kritisiert diesen Vorstoß der Wirtschaftskammer.
„Immer wieder gehen meinem Büro und mir Beschwerden über mögliche Menschrechtsverstöße in Pflegeheimen und anderen stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zu. Um diesen nachzugehen bedarf es einer unabhängigen Instanz, die mit möglichst weitreichenden Prüfkompetenzen ausgestattet ist. Eine Einschränkung der Prüfkompetenz der Volksanwaltschaft würde einen Rückschritt in den Menschenrechtsstandards der Republik Österreich bedeuten, der Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise betrifft, und aus diesem Grund abzulehnen ist“, so Hofer.

Gunther Trübswasser legt seine Funktion im Oö. Monitoringausschuss zurück

Gunther Trübswasser legt seine Funktion im Oö. Monitoringausschuss zurück published on

Text: BMIN
Gunther Trübswasser verlässt aus Protest den Ausschuss zur Kontrolle der Rechte für behinderte Menschen.

Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, trat am 5. Februar 2019 der frühere grüne Landtagsabgeordnete Gunther Trübswasser mit einem offenen Brief aus einem Landes-Kontrollgremium zurück, das bisher kaum Beachtung fand: Der Oberösterreichische MonitoringAusschuss (MoA).
Dieser sollte eigentlich die Einhaltung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Oberösterreich überwachen.
„Unsere Aufgabe wäre es Gesetzesvorhaben und -beschlüsse im Landtag zu überprüfen, die behinderte Oberösterreicher betreffen, darunter die Abschaffung der Sonderschulen, die Inklusion am Arbeitsplatz oder die Barrierefreiheit. Aber diese politische Arbeit ist ohne ein eigenes Budget und Personalressourcen unmöglich“, sagte Trübswasser. Er sitzt seit seinem vierten Lebensjahr im Rollstuhl und ist heute Vorsitzender von SOS-Menschenrechte Österreich.
Mehr dazu in BIZEPS online: Gunther Trübswasser verlässt den Oö. Monitoringausschuss

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