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Behindertenrampen werden aus LEGO-Steinen gebaut

Behindertenrampen werden aus LEGO-Steinen gebaut published on

Text: Pepo Meia, David Herrmann, Isabella Krapf
Betroffene greifen zur Selbsthilfe
Obwohl der öffentliche Raum in Österreich seit 2016 barrierefrei sein sollte, gibt es großen Nachholbedarf – nicht nur bei kleinen Geschäften. Ein bemerkenswertes Projekt, das gerade in einigen deutschen Städten Furore macht, könnte auch in Österreich angewendet werden. Viele engagierte Aktivisten sammeln die bunten Bausteine, um Rampen zu bauen.

   

Das Projekt „Menschen in Hanau“ beispielsweise widmet sich dieser Idee. Initiatorin Rita Ebel, selbst Betroffene, will Rollstuhl-, Rollatoren- und Kinderwagennutzer aber auch sehbehinderte Menschen das Leben erleichtern, damit sie nicht ausgegrenzt werden. Ziel der Aktivisten ist es auch, Menschen zu sensibilisieren und auf die Hürden und Hindernisse im alltäglichen Leben aufmerksam zu machen – siehe Youtube Video: 2019 Hanauer Helden: Rita und das Projekt Mobile LEGO-Rampen.

Auch die Initiative „Aktion Mensch“ – siehe Youtube Video: 100 Legorampen für Köln – hatte schon seit längerer Zeit die Idee, Lego-Rampen bei Geschäftslokalen einzusetzen, um Menschen mit Behinderung einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. In Köln sorgen die kleinen, bunten Rampen seit April 2019 für Aufsehen und sind bei vielen kleinen Geschäften zu sehen. Großer Vorteil der Rampen sind die geringen Kosten, die ansprechende Optik und die leichte Mitnahme für Rollstuhlnutzer. Vor allem als Sensibilisierungsmaßnahme ist das Projekt begrüßenswert.

Die Nachteile: Der große Steigungswinkel (bis zu 25%) erscheint uns doch etwas viel. Die Ö-Norm B 1600 schreibt in Österreich 6-10% Steigung vor. Auch ein Verrutschen der LEGO-Rampen scheint nicht ausgeschlossen zu sein.
Uns ist bei einem der vielen Youtube-Videos aufgefallen, dass mit zwei Mini-Rampen (pro Rad eine – vergleichbar mit alten Schienenrampen) versucht wird, das Auslangen zu finden. Die Spurbreite ist zu schmal. Jedoch ist es Eigenrisiko, wenn man zu schmale Lego-Rampen benutzt – siehe Youtube Video: LEGO-Rampe (zu sehen Aktivist Raul Krauthausen – Out Take bei Minute 1:10).

Bei uns in Österreich sind Schienenrampen schon seit vielen Jahren verboten, da die Unfallgefahr zu groß ist. Außerdem sollen Geschäftsinhaber bzw. Entscheidungsträger nicht aus der Pflicht genommen werden, größtmögliche Barrierefreiheit zu gewährleisten und weiterhin Rampen für Geschäfte, Lokale und für den öffentlichen Raum zu bauen.

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