{"id":158,"date":"2015-06-22T10:08:38","date_gmt":"2015-06-22T09:08:38","guid":{"rendered":"http:\/\/bmin.info\/WP\/?p=158"},"modified":"2017-04-01T09:15:55","modified_gmt":"2017-04-01T08:15:55","slug":"ohne-leistbaren-wohnraum-keine-inklusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2015\/06\/22\/ohne-leistbaren-wohnraum-keine-inklusion\/","title":{"rendered":"Ohne leistbaren Wohnraum keine Inklusion"},"content":{"rendered":"<div class=\"blog-entry-body\">Text: <a href=\"http:\/\/www.ivs-wien.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"external\">IVS Wien<\/a><br \/>\nWiener Wohnen hat vor kurzem bekannt gegeben, dass die Wohnungsvergabe \u00fcber die sogenannte soziale Schiene um \u00fcber 40% eingeschr\u00e4nkt werden soll. Das bedeutet, dass ab 2015 statt wie bisher ca. 2100 Wohnungen nur noch 1200 Wohnungen \u00fcber die soziale Wohnungsvergabe zur Verf\u00fcgung stehen werden.<\/p>\n<p>Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem es eigentlich darum gehen m\u00fcsste, nicht weniger sondern deutlich mehr leistbaren Wohnraum f\u00fcr Menschen mit Behinderungen und von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen bereit zu stellen. Sowohl in der Betreuung von Menschen mit Behinderung als auch in der Wohnungslosenhilfe geht der Trend und (hoffentlich) auch der politische Wille klar in Richtung Deinstitutionalisierung und Aufl\u00f6sung gr\u00f6\u00dfere Einrichtungen zugunsten inklusiver Wohnmodelle in von den Betroffenen direkt angemieteten Wohnungen. Dazu ist es erforderlich, dass neben Wiener Wohnen im Gemeindebau auch die gemeinn\u00fctzigen Wohnbautr\u00e4gern dazu verpflichtet werden, eine gewisse Quote der neuerrichteten Wohnungen der sozialen Wohnungsvergabe zur Verf\u00fcgung stellen. Im gemeinn\u00fctzigen Neubau k\u00f6nnte auch das gro\u00dfe Problem der Barrrierefreiheit wesentlich einfacher gel\u00f6st werden als im Altbestand von Wiener Wohnen. Schlie\u00dflich m\u00fcssten neben den gemeinn\u00fctzigen Wohnbautr\u00e4gern auch die auf Gewinn orientierten dazu verpflichtet werden, einen Teil der von ihnen verwerteten Fl\u00e4chen zu leistbaren Mieten zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Die Stadt Wien genie\u00dft \u00f6sterreichweit und auch international einen sehr guten Ruf hinsichtlich der Bereitstellung von leistbaren Wohnraum f\u00fcr ausgrenzungsgef\u00e4hrdete Bev\u00f6lkerungsgruppen. Dies ist dem gro\u00dfen Anteil des gemeinn\u00fctzigen Wohnbaus in der Stadt und dem Zuweisungssystem \u00fcber die soziale Schiene zu verdanken (ein gro\u00dfes Manko besteht allerdings in der geringen Anzahl von barrierefreien Wohnungen). Dass nun zu einem Zeitpunkt, zu dem Wohnraum immer knapper und teuer wird, die soziale Wohnungsvergabe eingeschr\u00e4nkt werden soll, ist weder politisch nachvollziehbar noch darf es hingenommen werden. Es ist zu hoffen, dass in den derzeit laufenden Gespr\u00e4chen auf politischer Ebene eine L\u00f6sung gefunden wird und die Einschr\u00e4nkung in der sozialen Wohnungsvergabe zur\u00fcckgenommen wird. Die Alternative zu leistbaren Wohnraum im Gemeinwesen ist letztlich die Unterbringung von Menschen mit Behinderung und wohnungslosen Menschen in mehr oder weniger gro\u00dfen Einrichtungen. Diese widersprechen nicht nur den Menschenrechten (UN-Konvention) und allen fachlichen Standards (Housing First) sondern sind auch deutlich teurer als die individuell abgestimmte Unterst\u00fctzung in selbstbestimmten Wohnformen.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: IVS Wien Wiener Wohnen hat vor kurzem bekannt gegeben, dass die Wohnungsvergabe \u00fcber die sogenannte soziale Schiene um \u00fcber 40% eingeschr\u00e4nkt werden soll. Das bedeutet, dass ab 2015 statt wie bisher ca. 2100 Wohnungen nur noch 1200 Wohnungen \u00fcber die soziale Wohnungsvergabe zur Verf\u00fcgung stehen werden. 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