{"id":3440,"date":"2012-06-12T12:12:30","date_gmt":"2012-06-12T11:12:30","guid":{"rendered":"http:\/\/88245722-9f80-4a87-9158-d0777e4c5f74"},"modified":"2019-07-25T11:04:46","modified_gmt":"2019-07-25T10:04:46","slug":"dbling-nicht-barrierefrei-weltrtsel-gelst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2012\/06\/12\/dbling-nicht-barrierefrei-weltrtsel-gelst\/","title":{"rendered":"D\u00f6bling nicht barrierefrei! \u2013 Weltr\u00e4tsel gel\u00f6st"},"content":{"rendered":"\n<p>Text:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bizeps.or.at\/person.php?wer=rie\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Dr. Erwin Riess<\/a>\u00a0&#8222;Quelle: monat 6\/2012&#8220;<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eSt\u00e4ndige Ausschu\u00df zur Kl\u00e4rung s\u00e4mtlicher Weltr\u00e4tsel\u201c, welcher beim Binder-Heurigen am Jedlersdorfer Platzl tagt, hatte \u00fcber eine wichtige Frage zu befinden: Wie erkl\u00e4rt sich die fortgesetzte Diskriminierung behinderter Menschen im Wiener Nobelbezirk D\u00f6bling. Der Antragssteller, ein Rollstuhlfahrer aus dem Bezirk*, f\u00fchrt eine lange Liste baulicher Barrieren auf. Nahezu jedes Restaurant auf der Heiligenst\u00e4dterstra\u00dfe gen\u00fcge nicht den Minimalerfordernissen barrierefreier Gastronomie als da w\u00e4ren: niveaugleicher Eingang, Behindertentoilette, geeigneter Parkplatz. Dazu kommen dutzende unzug\u00e4ngliche Heurigen, so die Betriebe \u201eReinbrecht-Altes Kloster\u201c, wo man zwar ins Lokal, nicht jedoch in den gro\u00dfen Gastgarten kommt, die Heurigen \u201eZimmermann\u201c, \u201eMuth\u201c und \u201eWelser\u201c, den \u201eMayer am Pfarrplatz\u201c und viele andere. Die Dynastie Fuhrgassl-Huber f\u00fchre vier Lokale in Neustift, kein einziges davon sei barrierefrei, \u00e4hnlich wie der \u201ePlachutta\u201c in der Heiligenst\u00e4dterstra\u00dfe, wobei hinzugef\u00fcgt werden m\u00fcsse, da\u00df auch die \u201ePlachuttas\u201c in der Wollzeile und in Hietzing nicht zug\u00e4nglich seien, womit Herr Plachutta in die Fu\u00dfstapfen des Nobelgastronomen M\u00f6rwald in Feuersbrunn und Krems trete, dessen Lokale und Hotels seit Jahren Rollstuhlfahrer ausschlie\u00dfen. Der Einbringer wollte nun vom \u201eSt\u00e4ndigen Ausschu\u00df\u201c wissen, warum gerade in einem b\u00fcrgerlichen Nobelbezirk eine derartige H\u00e4ufung ausschlie\u00dfender Lokale festzustellen sei. Ihn bewegte die Frage, ob es sich um einen sozialen Defekt der Oberklasse handle oder um schlichte Ignoranz.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer turbulenten Sitzung kam der \u201eSt\u00e4ndige Ausschu\u00df\u201c zu folgendem Erkenntnis: Da\u00df die D\u00f6blinger Gastronomie behinderte Menschen ausschlie\u00dfe, sei vor allem auf das Versagen der Bundesgesetzgebung, der Stadt- und Landes- sowie der Bezirksf\u00fchrung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Fehlleistung \u00e4u\u00dfere sich unter anderem auch darin, da\u00df ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in Grinzing und Nu\u00dfdorf mit Pflastersteinen best\u00fcckt seien, was jegliche Befahrung f\u00fcr Rollstuhlfahrer unm\u00f6glich mache. Da\u00df in anderen Weltgegenden, so in Tschechien und Italien, l\u00e4ngst barrierefreie Asphalt- oder Marmorstege innerhalb der Pflasterung in Betrieb seien und nicht nur Rollstuhlfahrern das Leben erleichterten, werde von der heimischen Baubranche beharrlich ignoriert. Hebeplattformen, Rampen und Lifte seien l\u00e4ngst bekannt. Bei hartn\u00e4ckigen Mehrfach-T\u00e4tern wie Plachutta und Co. m\u00fcsse auch der direkte Vorsatz des bewu\u00dften Ausschlie\u00dfens behinderter Menschen in die \u00dcberlegungen miteinbezogen werden. Es sei dies eine Praxis, die besonders in touristischen Zentren wie in Salzburg-Stadt, am W\u00f6rthersee oder im Salzkammergut gepflogen werde. Im Gegensatz zu zivilisierten Staaten, die besonders in der Nobelhotellerie und Gastronomie behinderten G\u00e4sten auf dem Stand der Zeit begegneten, sei es in \u00d6sterreich umgekehrt: Je teurer die Gegend, desto schlei\u00dfiger die Vorkehrungen f\u00fcr behinderte Menschen. Dieser Umstand verweise auf ein in den Tiefenschichten des historischen Bewu\u00dftseins lebendiges Fortwirken eugenischer Traditionsstr\u00e4nge, welche nur mittels strenger und transparenter Antidiskriminierungsgesetze bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnten. Herr Groll m\u00f6ge den Wahrspruch dem Einbringer der Frage in D\u00f6bling pers\u00f6nlich \u00fcbermitteln, beschied der \u201eSt\u00e4ndige Ausschu\u00df\u201c. Der Petent wurde aufgefordert, die Flinte nicht ins Korn zu werfen, sondern Menschenrechtsverletzungen auch f\u00fcrderhin penibel aufzulisten. Selbst D\u00f6bling k\u00f6nne sich dem Lauf der Zeit nicht verschlie\u00dfen.&nbsp;<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>* Name der Redaktion bekannt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text:\u00a0Dr. Erwin Riess\u00a0&#8222;Quelle: monat 6\/2012&#8220; Der \u201eSt\u00e4ndige Ausschu\u00df zur Kl\u00e4rung s\u00e4mtlicher Weltr\u00e4tsel\u201c, welcher beim Binder-Heurigen am Jedlersdorfer Platzl tagt, hatte \u00fcber eine wichtige Frage zu befinden: Wie erkl\u00e4rt sich die fortgesetzte Diskriminierung behinderter Menschen im Wiener Nobelbezirk D\u00f6bling. Der Antragssteller, ein Rollstuhlfahrer aus dem Bezirk*, f\u00fchrt eine lange Liste baulicher Barrieren auf. 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