{"id":3526,"date":"2011-07-13T09:37:33","date_gmt":"2011-07-13T08:37:33","guid":{"rendered":"http:\/\/5d3ee6a6-7833-492a-ba09-74ada8b46b4f"},"modified":"2019-07-25T09:52:01","modified_gmt":"2019-07-25T08:52:01","slug":"diese-leserbriefe-wurden-in-der-zeitung-monat-sozialpolitische-rundschau-ar-in-der-ausgabe-juliaugust-abgedruckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2011\/07\/13\/diese-leserbriefe-wurden-in-der-zeitung-monat-sozialpolitische-rundschau-ar-in-der-ausgabe-juliaugust-abgedruckt\/","title":{"rendered":"Diese Leserbriefe wurden in der Zeitung monat-Sozialpolitische Rundschau (\u00d6AR) in der Ausgabe Juli\/August abgedruckt"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren!<\/p>\n<p>Kurz zu meiner Person: Seit einem Autounfall im Jahr 1978 bin ich querschnittgel\u00e4hmt, mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen wie z.B. Inkontinenz durch Blasen- und Mastdarml\u00e4hmung, und zur Fortbewegung auf den Rollstuhl angewiesen.<\/p>\n<p>Die letzte Leistungsk\u00fcrzung im Fr\u00fchjahr d. J. veranlasst mich, Ihnen eine Aufstellung all der K\u00fcrzungen der letzten Jahre aufzuzeigen:<\/p>\n<p>&#8211; Med. Handschuhe &#8211; zur G\u00e4nze gestrichen (notwendig zum intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK)<\/p>\n<p>&#8211; Krankenunterlagen &#8211; zur G\u00e4nze gestrichen (notwendig wegen Inkontinenz w\u00e4hrend der Nacht)<\/p>\n<p>&#8211; Octenisept &#8211; Reduzierung der Packungsgr\u00f6\u00dfe von 1000 ml auf 500 ml \/ pro Rezept (Desinfektionsmittel &#8211; notwendig zum intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK)<\/p>\n<p>&#8211; Urinbeutel f\u00fcr DK &#8211; zur G\u00e4nze gestrichen<\/p>\n<p>&#8211; Mullkompressen &#8211; bis zum Fr\u00fchjahr dieses Jahres bekam ich pro Rezept\u00a0 6 Packungen\u00a0der Gazin-Mullkompressen (30 x 2) (notwendig zum intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK)<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich Mullkompressen teilte mir mein Hausarzt k\u00fcrzlich mit, dass lt. zust\u00e4ndiger Chef\u00e4rztin diese Bewilligung\u00a0 nun nicht mehr m\u00f6glich ist. Nun habe ich f\u00fcr jede einzelne Packung, die gerade mal f\u00fcr ca. 5-7 Tage reicht, Rezeptgeb\u00fchr zu entrichten.<\/p>\n<p>Diese Kosten sind nicht die alleinigen Ausgaben, die ich aufgrund meiner Behinderung zu tragen habe. Neben den Rezeptgeb\u00fchren kommen noch die Selbstkostenbeitr\u00e4ge f\u00fcr Katheter, Inkontinenz-Einlagen f\u00fcr Tag und Nacht und andere nicht regelm\u00e4\u00dfige Ausgaben f\u00fcr Hilfsmittel dazu. Diese beliefen sich in den letzten drei Jahren auf durchschnittlich \u20ac 2965,00 pro Jahr.<\/p>\n<p>All diese Ausgaben und die sukzessiven Leistungsk\u00fcrzungen lassen mich mit Sorge in die Zukunft blicken. Daher meine Frage, die eher als Bef\u00fcrchtung zu bezeichnen ist: Wird der Weg dieses &#8217;sozialen Sparkurses&#8216; fortgesetzt?<\/p>\n<p><i>Name und Adresse sind der Redaktion bekannt<\/i><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Sehr geehrte Redaktion,<\/p>\n<p>Ich habe bis dato noch nie einen &#8222;Leserbrief&#8220; geschrieben und ich wei\u00df auch nicht ob dies Ihrerseits gew\u00fcnscht wird, aber auf ihren Artikel im &#8222;Monat&#8220; &#8211; Ausgabe Juni 2011 &#8211; bez\u00fcglich &#8222;pflegende Kinder&#8220;, welcher\u00a0mich leider\u00a0zwei Wochen zu sp\u00e4t erreicht hat, m\u00f6chte ich Ihnen doch\u00a0ein paar Zeilen schreiben.<\/p>\n<p>Ich lebe in N\u00d6 und bin selbst Vater eines geistig und k\u00f6rperlichen behinderten 13-j\u00e4hrigen Sohnes, welcher durch meine Frau\u00a0gepflegt wird. Leider zog sich diese vor zwei Wochen einen komplizierten Beinbruch zu und fiel bzw. f\u00e4llt damit f\u00fcr mind. 2 Monate als pflegende Person aus. Da ich selbst berufst\u00e4tig bin, versuchte ich 1 1\/2 Wochen lang wirklich verzweifelt eine 24 Stunden-Betreuung zu bekommen. Meine zutiefst entt\u00e4uschende Erfahrung ist, dass es mir erst\u00a0\u00fcber meinen Hausarzt gelang einen Pflegedienst zu finden, welcher\u00a0sich auch bereit erkl\u00e4rte ein 13-j\u00e4hriges\u00a0Kind zu betreuen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen gar nicht aufz\u00e4hlen, bei welchen Institutionen, \u00c4mtern, etc.\u00a0ich es \u00fcberall probiert\u00a0habe und nur weitere Telefonnummern, E-Mailadressen und freundliche Absagen bekommen bzw. nicht einmal mehr zur\u00fcckgerufen wurde, weil es sich um ein Kind gehandelt hat.<\/p>\n<p>Es ist wirklich besch\u00e4mend, dass man\u00a0im Sozialstaat \u00d6sterreich,\u00a0in dieser Situation (und ich\u00a0befand mich pers\u00f6nlich in einer prek\u00e4ren Lage) keinerlei Hilfe erwarten kann.<\/p>\n<p>Ich musste mir diesen Frust von der Seele schreiben und ich hoffe, dass sich in unserem Land\u00a0 &#8211; auch durch ihren Beitrag &#8211; wirklich etwas \u00e4ndert und man nicht allein im Regen stehen gelassen wird.<\/p>\n<p><i>Name der Redaktion bekannt<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren! 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