{"id":4623,"date":"2017-09-22T08:01:56","date_gmt":"2017-09-22T07:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/bmin.info\/WP\/?p=4623"},"modified":"2017-09-23T07:28:54","modified_gmt":"2017-09-23T06:28:54","slug":"pressegespraech-behindertenanwalt-und-oesterreichischer-behindertenrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2017\/09\/22\/pressegespraech-behindertenanwalt-und-oesterreichischer-behindertenrat\/","title":{"rendered":"Behindertenvertreter fordern Ma\u00dfnahmenpaket von k\u00fcnftiger Regierung"},"content":{"rendered":"<p>Text: \u00d6BR<br \/>\nHofer und Pichler legen Papier zur \u201eBehindertenpolitik 2017 \u2013 2022\u201c vor<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20170920_OTS0148\/behindertenvertreter-fordern-massnahmenpaket-von-kuenftiger-regierung-bild\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wien (OTS) 20.9.2017<\/a> &#8211; Wie die Behindertenpolitik in \u00d6sterreich von 2017 bis zum Jahr 2022 aussehen soll, pr\u00e4sentierten heute Behindertenanwalt Hansj\u00f6rg Hofer und Behindertenrat-Pr\u00e4sident Herbert Pichler der \u00d6ffentlichkeit. Sie fordern von der k\u00fcnftigen Bundesregierung ein umfangreiches Ma\u00dfnahmenpaket zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Noch immer gebe es in allen Lebensbereichen Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen. Etwa 1,3 Millionen Menschen in \u00d6sterreich z\u00e4hlen zu dieser Gruppe. Das sind rund 15 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung. \u201eIn \u00d6sterreich hei\u00dft behindert sein weniger Bildung, weniger Besch\u00e4ftigung, mehr Einsamkeit\u201c, sagt Behindertenanwalt Hansj\u00f6rg Hofer.<\/p>\n<p>Gefordert wird von der k\u00fcnftigen Bundesregierung, die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) sowie den Nationalen Aktionsplan Behinderung (NAP) ins Regierungsprogramm aufzunehmen sowie einen neuen Aktionsplan f\u00fcr die Jahre 2020 bis 2030 zu erstellen, da der derzeitige NAP aus 2012 im Jahr 2020 ausl\u00e4uft. Im Bereich Bildung fordern Hofer und Pichler ein inklusives Schulsystem durch einen schnellen Ausbau der inklusiven Modellregionen. Sonderp\u00e4dagogische Einrichtungen (Sonderschulen), die zumeist gut ausgestattet sind, sollen bis zum Schuljahr 2020\/21 auch Kinder ohne Behinderungen aufnehmen. \u201eDas Thema Bildung ist da non plus ultra. Es ist uns ganz wichtig, bis 2020\/21 Inklusionsklassen zu haben\u201c, so Behindertenrat-Pr\u00e4sident Pichler.<\/p>\n<p>Am Arbeitsmarkt ist die Situation f\u00fcr Menschen mit Behinderungen nach wie vor dramatisch. Im August 2017 stieg hier die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent, w\u00e4hrend sie allgemein um acht Prozent gesunken ist. Forderung: Im AMS eine Zielgruppe \u201eMenschen mit Behinderung\u201c zu schaffen. Hofer: \u201eDie Gesellschaft definiert sich sehr \u00fcber Arbeit und Beruf. Daher ist es umso skandal\u00f6ser, dass Menschen mit Behinderung so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind.\u201c Die etwa 23.000 Besch\u00e4ftigten in den Werkst\u00e4tten m\u00fcssten zudem regul\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse samt Pensionsversicherung erhalten und nicht nur ein Taschengeld. F\u00fcr Unternehmen sei statt der Ausgleichstaxe, die als Strafe empfunden werde, ein Anreizsystem zu schaffen, damit diese mehr Menschen mit Behinderungen einstellen.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Assistenz am Arbeitsplatz und in der Freizeit sei bundesweit einheitlich zu regeln, im Wohnbereich Barrierefreiheit durchzusetzen. Durch die Lockerung von Bauvorschriften habe sich die Barrierefreiheit zuletzt verschlechtert, kritisieren Hofer und Pichler. F\u00fcr den Bereich Pflege fordern die beiden Behindertenvertreter eine j\u00e4hrliche Anpassung des Pflegegeldes. Es wurde 1993 eingef\u00fchrt und hat seitdem durch Nichtanpassung an die Lebenshaltungskosten etwa 25 Prozent an realem Wert verloren. \u201eWir m\u00fcssen Sachleistungen ausbauen, und brauchen unter allen Umst\u00e4nden eine regelm\u00e4\u00dfige Valorisierung des Pflegegeldes\u201c, so Pichler. Verbessert m\u00fcsse auch der Diskriminierungsschutz werden. Bisher gibt es keinen Rechtsanspruch zur Unterlassung von Barrieren, sondern nur die M\u00f6glichkeit einer Schadenersatzklage. Diese hat zwar in der Regel Erfolg und endet mit der Zahlung von bis zu 1000 Euro, beinhaltet jedoch nicht die Unterlassung.<\/p>\n<p>Weiters schlagen Hofer und Pichler die Einrichtung eines Inklusionsfonds bis zum Jahr 2018 vor, der zur Finanzierung f\u00fcr die notwendigen Ma\u00dfnahmen in der Behindertenpolitik dienen soll. Analog zum Pflegefonds m\u00fcssten Bund und L\u00e4nder die Kosten gemeinsam tragen. Unterst\u00fctzung kommt von der Lebenshilfe \u00d6sterreich. Sie schlie\u00dft sich mit einem politischen Aufruf f\u00fcr eine inklusive Gesellschaft den Forderungen an. \u201eWir werden auf die k\u00fcnftige Regierung Druck aus\u00fcben\u201c, meint Pichler abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: \u00d6BR Hofer und Pichler legen Papier zur \u201eBehindertenpolitik 2017 \u2013 2022\u201c vor Wien (OTS) 20.9.2017 &#8211; Wie die Behindertenpolitik in \u00d6sterreich von 2017 bis zum Jahr 2022 aussehen soll, pr\u00e4sentierten heute Behindertenanwalt Hansj\u00f6rg Hofer und Behindertenrat-Pr\u00e4sident Herbert Pichler der \u00d6ffentlichkeit. Sie fordern von der k\u00fcnftigen Bundesregierung ein umfangreiches Ma\u00dfnahmenpaket zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. 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