{"id":4676,"date":"2017-10-18T09:30:43","date_gmt":"2017-10-18T08:30:43","guid":{"rendered":"http:\/\/bmin.info\/WP\/?p=4676"},"modified":"2017-10-25T10:01:47","modified_gmt":"2017-10-25T09:01:47","slug":"wiener-linien-nur-ein-rollstuhlnutzer-pro-bus-darf-mitfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2017\/10\/18\/wiener-linien-nur-ein-rollstuhlnutzer-pro-bus-darf-mitfahren\/","title":{"rendered":"Wiener Linien: Nur ein Rollstuhlnutzer pro Bus darf mitfahren?"},"content":{"rendered":"<p>Text: Pepo Meia, Niels Cimpa<br \/>\n<strong>Vorweg: BMIN fordert die zust\u00e4ndigen Wiener Stadt- bzw. Landesr\u00e4te auf, ein Konzept f\u00fcr mehrere Rollstuhlstellpl\u00e4tze erstellen zu lassen und sich daf\u00fcr einzusetzen, dass mindestens zwei Rollstuhlpl\u00e4tze pro <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/presse\/2017\/08\/23\/wiener-linien-erster-xxl-gelenkbus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">XL-Bus<\/a> genehmigt werden.<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6sterreich geh\u00f6rt noch immer zu den reichsten L\u00e4ndern der Welt und Wien als Bundeshauptstadt und Kulturmetropole hat Verantwortung und Vorbildwirkung f\u00fcr \u00d6sterreich, aber auch f\u00fcr ganz Europa.<\/p>\n<p>Seit 2007 sind in Wien ausschlie\u00dflich nur mehr Niederflurbusse unterwegs, die auch mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet sind. Allerdings wurde nur ein Rollstuhlplatz pro Bus genehmigt. Dies bedeutet, dass Rollstuhlfahrer_innen benachteiligt, diskriminiert werden. Mehrere Kinderw\u00e4gen, jedoch nur ein(e) Rollstuhlfahrer_in wird in der Regel mitgenommen.<\/p>\n<p>Aus einem Antwortschreiben der Wiener Linien (Sept. 2017 &#8211; Zahl: V43 18\/11560\/17) wird dies so begr\u00fcndet:<\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcr Rollstuhlpl\u00e4tze in unseren Fahrzeugen gibt es gesetzliche Vorgaben. Diese legen fest, dass der Rollstuhl gegen die Fahrtrichtung stehen muss und durch ein Anlehnbrett und eine Halteschlaufe gesichert werden muss. Dies gew\u00e4hrleistet auch bei z.B. abruptem Bremsen, dass der Kunde\/die Kundin sicher ist.<\/em><br \/>\n<em>Da wir in unseren Bussen nur einen dieser Pl\u00e4tze einrichten konnten, darf auch nur ein Rollstuhl mitgenommen werden.<\/em><br \/>\n<em>Sollten mehrere RollstuhlfahrerInnen bzw. Kinderwagen dasselbe Fahrzeug nutzen wollen, obliegt unseren MitarbeiterInnen vor Ort das letzte Wort. Schlie\u00dflich tragen sie die Verantwortung f\u00fcr ihre Passagiere. Erfahrungsgem\u00e4\u00df ist das jedoch selten notwendig, da zumeist eine Seite der anderen den Vorrang l\u00e4sst \u2013 und auf das n\u00e4chste Fahrzeug wartet.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Anm.:<\/strong> Vor allem in der Rushhour bzw. bei viel frequentierten Buslinien zu Sehensw\u00fcrdigkeiten usw. ist es reine Gl\u00fcckssache, ob man als Rollstuhl-, Rollator- oder Kinderwagennutzer_in einen Platz bekommt. Auch ist es mit nur einem Rollstuhlplatz pro Bus nicht m\u00f6glich, dass zwei Rollstuhlfahrer_innen gemeinsam einen Ausflug per Linienbus unternehmen \u2013 ganz zu schweigen von Buslinien die \u00fcber die Wiener Landesgrenzen nach Nieder\u00f6sterreich fahren. Au\u00dferdem sollten Linienbuslenker diesbez\u00fcglich geschult werden. Zus\u00e4tzliches Personal bei den oben genannten Buslinien w\u00e4re ebenfalls richtungsweisend.<\/p>\n<p><strong>In einem Antwortschreiben der Volksanwaltschaft (Okt. 2017 &#8211; Zahl: VA-W-VERK\/0014-B\/1\/2017) wird folgendes festgehalten:<\/strong><br \/>\n<em>Die im Einsatz der Wiener Linien stehenden Omnibusse bed\u00fcrfen einer EG-Betriebserlaubnis. Voraussetzung f\u00fcr die Ausstellung eine solchen Betriebserlaubnis ist die Einhaltung der Vorgaben der Richtlinie 2001\/85\/EG des Parlament und des Rates vom 20. November 2001 \u00fcber besondere Vorschriften f\u00fcr Fahrzeuge zur Personenbef\u00f6rderung mit mehr als acht Sitzpl\u00e4tzen au\u00dfer dem Fahrersitz und zur \u00c4nderung der Richtlinien 70\/156\/\/EWG und 97\/27\/EG, <a href=\"https:\/\/www.bmvit.gv.at\/verkehr\/gesamtverkehr\/barrierefreiheit\/downloads\/leitfaden_linienbusse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in der Fassung der Richtlinie 2006\/96\/EG vom 20. November 2006 (EU-Busrichtlinie)<\/a>.<\/em><br \/>\n<em>Die EU-Busrichtlinie enth\u00e4lt konkrete Vorgaben f\u00fcr die Ausma\u00dfe, Ausrichtung und sonstigen Voraussetzungen f\u00fcr die Etablierung von Rollstuhlpl\u00e4tzen in einem Omnibus. Nur soweit diese Anforderungen eingehalten werden, wird eine EG-Betriebserlaubnis erteilt.<\/em><br \/>\n<em>Es liegt daher nicht in der Disposition der Wiener Linien, f\u00fcr wie viele Rollst\u00fchle ein entsprechendes Fahrzeug zugelassen wird. Dies wird allein durch den Umstand bestimmt, wie viele den Vorgaben der EU-Busrichtlinie entsprechende Rollstuhlpl\u00e4tze in der betreffenden Bustype m\u00f6glich sind.<\/em><\/p>\n<p><b>Leitfaden Linienbusse: <\/b><em>Seite 53<\/em><b><br \/>\n<\/b><strong>Rollstuhlpl\u00e4tze in Bussen<\/strong><br \/>\n<em>Die Schweizerische Fachstelle Behinderte und \u00f6ffentlicher Verkehr (B\u00f6V) hat im M\u00e4rz 2008 ein Merkblatt \u201eRollstuhlpl\u00e4tze in Bussen\u201c herausgegeben. In diesem Merkblatt werden Informationen zur Dimensionierung und Gestaltung des Rollstuhlbereichs, zur Sicherung der Rollst\u00fchle und zum sicheren Transport von <strong>zwei Rollst\u00fchlen<\/strong> in Bussen des \u00f6ffentlichen Linienverkehrs gegeben. (Das Merkblatt ist zu finden unter http:\/\/www.boev.ch\/bus\/index.htm)<\/em><\/p>\n<p><strong>Anm.:<\/strong> Die Schweizer Fachstelle (B\u00f6V) existiert nicht mehr. Sie wurde in die <a href=\"https:\/\/www.inclusion-handicap.ch\/de\/oev-technik\/technische-beratung-oev-23.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fachstelle Inclusion Handicap <\/a>eingeglieder. Vermutlich ist die Studie \u201eRollstuhlpl\u00e4tze in Bussen\u201c noch aktuell <a href=\"https:\/\/www.inclusion-handicap.ch\/de\/oev-technik\/technische-beratung-oev-23.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">siehe Link<\/a>.<\/p>\n<p>Die neuen 20 Meter (statt 18 Meter) langen <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/presse\/2017\/08\/23\/wiener-linien-erster-xxl-gelenkbus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">XL-Gelenkbusse der Wiener Linien<\/a> haben bis zu 20 Prozent mehr Platz und bieten noch h\u00f6heren Komfort f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste und haben <strong>zwei<\/strong> gekennzeichnete Rollstuhlstellpl\u00e4tze. (Bis 2019 sollen rund 200 neue XL-Busse angeschafft werden.)<br \/>\n<strong>Anm.:<\/strong> Die Fahrer der Wiener Linien sind jedoch im Zweifel, ob sie auch zwei \u201eRollis\u201c gleichzeitig mitnehmen d\u00fcrfen, da auch die neuen Busse vermutlich nur f\u00fcr einen \u201eRolli\u201c genehmigt sind bzw. werden. (Neben dem Fahrer ist ein Schild, aus diesem geht hervor, wie viele Rollstuhl-, und Kinderwagennutzer und Passagiere mitfahren d\u00fcrfen).<\/p>\n<p><strong>BMIN fordert die zust\u00e4ndigen Wiener Stadt- bzw. Landesr\u00e4te (Finanzstadtr\u00e4tin <a href=\"http:\/\/www.wien.spoe.at\/mag-renate-brauner\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Renate Brauner<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.wien.spoe.at\/mag-ulli-sima\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ulli Sima<\/a> zust\u00e4ndig u.a. f\u00fcr die Wiener Linien) auf, ein Konzept f\u00fcr mehrere Rollstuhlstellpl\u00e4tze erstellen zu lassen und sich daf\u00fcr einzusetzen, dass mindestens zwei Rollstuhlpl\u00e4tze pro XL-Bus genehmigt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Den Beitrag kann man sich auch im <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/352435\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Cultural Broadcasting Archive (CBA)<\/a> anh\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Pepo Meia, Niels Cimpa Vorweg: BMIN fordert die zust\u00e4ndigen Wiener Stadt- bzw. 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