{"id":6157,"date":"2019-03-04T16:20:21","date_gmt":"2019-03-04T15:20:21","guid":{"rendered":"https:\/\/bmin.info\/WP\/?p=6157"},"modified":"2019-03-05T16:23:16","modified_gmt":"2019-03-05T15:23:16","slug":"menschenrechtliche-standards-sind-beim-neubau-von-einrichtungen-der-behindertenhilfe-verpflichtend-einzuhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2019\/03\/04\/menschenrechtliche-standards-sind-beim-neubau-von-einrichtungen-der-behindertenhilfe-verpflichtend-einzuhalten\/","title":{"rendered":"Menschenrechtliche Standards sind beim Neubau von Einrichtungen der Behindertenhilfe verpflichtend einzuhalten"},"content":{"rendered":"<p>Text: Behindertenanwaltschaft<br \/>\n<em>Wien (OTS)<\/em> &#8211; Im November 2018 wurde in Eugendorf mit dem Neubau des Konradinums begonnen. Dabei handelt es sich um eine Betreuungseinrichtung des Landes Salzburg f\u00fcr Menschen mit Behinderungen. Zuvor waren von BewohnervertreterInnen und der Volksanwaltschaft, unter Berufung auf die UN-Konvention \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie das Heimaufenthaltsgesetz, Missst\u00e4nde im Zusammenhang mit der Ausstattung des Konradinums sowie dessen r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnissen aufgezeigt worden.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df einer der Behindertenanwaltschaft vorliegenden Stellungnahme des Salzburger Monitoringausschusses entspricht auch der geplante Neubau in wesentlichen Aspekten nicht den Anforderungen der UN-Konvention. Ein wesentlicher Kritikpunkt bezieht sich dabei auf die Wahl des veralteten Konzepts einer mittelgro\u00dfen Einrichtung, wobei die Anzahl der BewohnerInnen anl\u00e4sslich des Neubaus sogar erh\u00f6ht werden soll. Dies widerspricht aus Sicht des Monitoringausschusses dem laut der UN-Konvention geforderten Prozess der Deinstitutionalisierung. Es sei zu bef\u00fcrchten, dass diese Weichenstellung bez\u00fcglich des Neubaus dazu f\u00fchrt, dass die UN-Behindertenrechtskonvention f\u00fcr weitere Jahrzehnte missachtet wird. Er empfiehlt eine \u00dcberarbeitung des derzeitigen Konzepts im Rahmen eines partizipativen Prozesses unter Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in und au\u00dferhalb der Institution.<\/p>\n<p>Der Kritik des Monitoringausschusses schlie\u00dft sich auch Volksanwalt G\u00fcnther Kr\u00e4uter an. Der Volksanwalt appelliert an VertreterInnen des Landes Salzburg, die Standards der UN-Behindertenrechtskonvention beim Neubau des Konradinums umzusetzen.<\/p>\n<p>Der zust\u00e4ndige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian St\u00f6ckl lie\u00df laut Medienberichten mittels seines Pressesprechers verlauten, dass umgesetzt werde, was f\u00fcr die BewohnerInnen der Konradinums am besten sei. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen w\u00fcrden dabei selbstverst\u00e4ndlich eingehalten.<\/p>\n<p>Behindertenanwalt Hansj\u00f6rg Hofer tritt dieser Stellungnahme entschieden entgegen. \u201eSelbstverst\u00e4ndlich sind bei dem Neubau des Konradinums nicht nur landesgesetzliche Vorschriften, sondern auch menschenrechtliche Standards, wie die UN-Konvention \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen, zu beachten. Die Tatsache, dass der Wohnbereich und die Werkst\u00e4tte unter einem Dach sind, festigt die Segregation von Menschen mit Behinderungen anstatt Inklusion zu f\u00f6rdern. Die Aussage des Landeshauptmann-Stellvertreters ist aus meiner Sicht ein Ausdruck von Bevormundung und das Gegenteil moderner Politik mit und f\u00fcr Menschen mit Behinderungen\u201c, so Hofer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Behindertenanwaltschaft Wien (OTS) &#8211; Im November 2018 wurde in Eugendorf mit dem Neubau des Konradinums begonnen. 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