{"id":7442,"date":"2020-02-29T17:30:32","date_gmt":"2020-02-29T16:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/bmin.info\/WP\/?p=7442"},"modified":"2020-02-29T17:35:33","modified_gmt":"2020-02-29T16:35:33","slug":"deutsches-sterbehilfe-urteil-ist-erschreckend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bmin.info\/WP\/2020\/02\/29\/deutsches-sterbehilfe-urteil-ist-erschreckend\/","title":{"rendered":"Deutsches Sterbehilfe-Urteil ist erschreckend!"},"content":{"rendered":"<p>Text: Aktion Leben \u00d6sterreich<br \/>\n<strong>Deutsches Sterbehilfe-Urteil \u00f6ffnet T\u00fcr und Tor zu einer bedenklichen Entwicklung. aktion leben Vorstandsmitglied Franz-Joseph Huainigg warnt vor den Folgen dieses Urteils.<\/strong><br \/>\nWien (OTS) &#8211; aktion leben bef\u00fcrchtet angesichts Erfahrungen in anderen L\u00e4ndern, dass der gesellschaftliche Druck auf Kranke und Menschen mit Behinderungen immens verst\u00e4rkt wird: Der Wunsch zu sterben entsteht oft, wenn man anderen Menschen aufgrund seines eigenen Pflegebedarfs zur Last f\u00e4llt. <em>\u201eHebt man das Verbot der Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung auf, w\u00e4chst bei den Betroffenen der Druck, sich daf\u00fcr zu rechtfertigen \u00fcberhaupt weiterzuleben und von anderen unterst\u00fctzt und gepflegt zu werden\u201c<\/em>, warnt Franz-Joseph Huainigg, Vorstandsmitglied von aktion leben \u00f6sterreich. Und: <em>\u201eWenn die Autonomie des Einzelnen absolut gesetzt wird, gef\u00e4hrdet sie die Autonomie aller anderen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Viele schwerwiegende offene Fragen<\/strong><br \/>\nDas Urteil wirft viele Fragen auf, die auch f\u00fcr die Debatte und f\u00fcr Urteile in \u00d6sterreich trotz grundlegend anderer Rechtslage relevant sind: Eine gro\u00dfe Frage ist, wie man sozialen Druck zur Selbstt\u00f6tung wirklich verhindern will, wenn Pflege als best\u00e4ndige Kostenfrage problematisiert wird. Sehr bedenklich ist das Urteil, da es rein auf die Selbstbestimmung abstellt: Kann dann auch ein 14-j\u00e4hriger Mensch gegen den Willen der Eltern Unterst\u00fctzung f\u00fcr einen Selbstmord erwirken? Sind DemenzpatientInnen in Gefahr, die ihren Willen nicht mehr \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, deren Betreuung aufw\u00e4ndig und kostenintensiv ist?<\/p>\n<p><strong>Sterbewunsch ist Hilferuf<\/strong><br \/>\nFranz-Joseph Huainigg betont: <em>\u201eT\u00f6tung ist keine Antwort auf Not und Verzweiflung, auf \u00c4ngste und Sorgen. Der Sterbewunsch, der entsteht, ist in Wirklichkeit ein Hilferuf, auf den wir anders reagieren m\u00fcssten: mit Zuneigung, mit Trost, mit N\u00e4chstenliebe.\u201c<\/em> Der Wunsch zu sterben entstehe so gut wie immer durch Einsamkeit, Schmerz und Perspektivlosigkeit. aktion leben fordert daher einen Rechtsanspruch auf Palliativ- und Hospizbetreuung.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine Kultur des Beistands und der Trauer<\/strong><br \/>\nHuainigg erinnert an die parlamentarische Enquetekommission \u201eW\u00fcrde am Lebensende\u201c 2015: Dort berichteten PalliativmedizinerInnen durchg\u00e4ngig von der Erfahrung, dass der Sterbewunsch sich in einen Lebenswunsch verwandelt, sobald Schmerzen durch Palliativmedizin beseitigt werden, es pers\u00f6nliche Perspektiven gibt und die Menschen Ansprache und menschliche W\u00e4rme empfangen. <em>\u201eEs braucht daher eine Kultur des Beistandes und es braucht eine Kultur der Trauer\u201c<\/em>, ist aktion leben-Vorstandsmitglied Franz-Joseph Huainigg \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmenkatalog von aktion leben: Leben muss gesch\u00fctzt werden<br \/>\nViele Ma\u00dfnahmen f\u00fcr bedarfsgerechte und menschenw\u00fcrdige Betreuung und Begleitung am Lebensende fehlen. aktion leben verweist auf ihren \u201eMa\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr ein lebensfreundliches \u00d6sterreich\u201c.<\/p>\n<p>Die Forderungen von aktion leben sind aktueller denn je. Die ersten drei lauten: Leben bis zuletzt muss gesch\u00fctzt werden, daher fordert aktion leben, das Grundrecht auf Leben in der Verfassung zu verankern. Gleichzeitig soll es einen Rechtsanspruch auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativeinrichtungen f\u00fcr schwer kranke und sterbende Menschen geben. Alle Angebote der abgestuften Hospiz- und Palliativbetreuung sind in der Regelversorgung auszubauen.<\/p>\n<p>\u201eHebt man das Verbot der Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung auf, w\u00e4chst bei den Betroffenen der Druck, sich daf\u00fcr zu rechtfertigen \u00fcberhaupt weiterzuleben und von anderen unterst\u00fctzt und gepflegt zu werden.\u201c<\/p>\n<p><em>\u201eWenn die Autonomie des Einzelnen absolut gesetzt wird, gef\u00e4hrdet sie die Autonomie aller anderen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eT\u00f6tung ist keine Antwort auf Not und Verzweiflung, auf \u00c4ngste und Sorgen. Der Sterbewunsch, der entsteht, ist in Wirklichkeit ein Hilferuf, auf den wir anders reagieren m\u00fcssten: mit Zuneigung, mit Trost, mit N\u00e4chstenliebe.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eEs braucht daher eine Kultur des Beistandes und es braucht eine Kultur der Trauer\u201c<\/em><br \/>\nFranz-Joseph Huainigg, Vorstandsmitglied aktion leben \u00f6sterreich<\/p>\n<p><strong>Artikel zum Thema:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.bizeps.or.at\/deutsches-bundesverfassungsgericht-kippt-regelung-zur-sterbehilfe\/\">Deutsches Bundesverfassungsgericht kippt Regelung zur Sterbehilfe<\/a>\u00a0(BIZEPS online (14.02.2020)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Aktion Leben \u00d6sterreich Deutsches Sterbehilfe-Urteil \u00f6ffnet T\u00fcr und Tor zu einer bedenklichen Entwicklung. aktion leben Vorstandsmitglied Franz-Joseph Huainigg warnt vor den Folgen dieses Urteils. 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