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Buchinger: Diskriminierung der Betroffenen am Arbeitsmarkt habe weiter zugenommen

Buchinger: Diskriminierung der Betroffenen am Arbeitsmarkt habe weiter zugenommen published on

APA: Behindertenanwalt Erwin Buchinger (SPÖ) hat am Dienstag (28. Juni 2016) die Politik dazu aufgefordert, behinderten Menschen am Arbeitsmarkt mehr Beachtung zu schenken. Das Sozialministerium solle das Arbeitsmarktservice (AMS) damit beauftragen, Menschen mit Behinderungen als eigene Zielgruppe zu definieren und entsprechend zu fördern, sagte Buchinger bei der Präsentation seiner Bilanz des Jahres 2015.

Der ehemalige Sozialminister merkte an, dass bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Behinderten im vergangenen Jahr keine Erfolge erzielt werden konnten. Die Diskriminierung der Betroffenen am Arbeitsmarkt habe weiter zugenommen – wie auch schon in den sieben Jahren davor, so Buchinger. So sei die Zahl der arbeitslosen Personen ohne gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen im Jahr 2015 um 9,9 Prozent gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderungen jedoch um 15,7 Prozent.

Daher müsse das AMS mehr Mittel für die Förderung behinderter Menschen bereitstellen. Buchinger will eine Gleichstellung mit anderen Gruppen wie Migranten, Jüngeren, Älteren, Langzeitarbeitslosen und Frauen, die als eigene Zielgruppen mit verbindlichen Zielen und Ressourcen definiert sind. Der Behindertenanwalt verwies auf Aussagen des ehemaligen Sozialministers Rudolf Hundstorfer sowie dessen Nachfolgers Alois Stöger (beide SPÖ), die die Absicht bekundet hätten, eine entsprechende Änderung der Zielvorgaben für das AMS durchzuführen. Er hoffe, dass im Jahr 2017 behinderte Menschen am Arbeitsmarkt eine höhere Aufmerksamkeit erfahren, sagte er.

Die Zahl der an die Anwaltschaft herangetragenen Beschwerden ist gegenüber 2014 um fast sieben Prozent gestiegen und lag bei 1.411 Fällen, berichtete Buchinger. Gestiegen ist auch die Zahl der Schlichtungsverfahren, an denen ein Vertreter der Anwaltschaft teilgenommen hatte – und zwar von 31 auf 43. Buchinger sagte, er würde sich noch mehr Beschwerden und Schlichtungsverfahren wünschen: “Da ist noch Spielraum drinnen.”
Die Steigerungen bei den Beschwerden und Verfahren sei vor allem auf gestiegenes Selbstbewusstsein der Betroffenen zurückzuführen und auf die Bereitschaft der Betroffenen, gegen Missstände vorzugehen. Einen Hinweis auf Verschlechterungen sieht Buchinger in den Zahlen nicht. Denn insgesamt gebe es – abgesehen vom Arbeitsmarkt – eine “zögerliche” Verbesserung der Situation Behinderter, so der Behindertenanwalt. Fortschritte ortete er etwa beim Thema Barrierefreiheit.

Kritik übte Buchinger hingegen daran, dass derzeit keine einzige der Universitäten und Fachhochschulen die gesetzliche Beschäftigungsquote von behinderten Menschen erfüllt. Und im Schulwesen sei bei der Aufnahme von Schülern in Integrationsklassen 2015 “keine echte Trendwende” gelungen; die Zahl der Schüler in Sonderschulen sei vielmehr wieder gestiegen – und zwar um 0,5 Prozent. Als weitere Forderung nannte Buchinger eine Erhöhung des Budgets für das Sozialministeriumsservice, bei dem die Behindertenanwaltschaft angesiedelt ist: Das Budget von 170 Mio. Euro sei seit “Jahren eingefroren”, so der Ex-Minister.

33. Donauinselfest 2016: Rollstuhltribüne – aus Fehlern wurde gelernt

33. Donauinselfest 2016: Rollstuhltribüne – aus Fehlern wurde gelernt published on

Text: Pepo Meia
Bei Europas größtem Open-Air-Festival herrschte – bei freiem Eintritt – großartige Stimmung, wozu auch die vorbildliche Kooperation aller Einsatzkräfte beitrug. Auch dieses Jahr sah man unter den Besuchern wieder viele Menschen in Rollstühlen.

Die von uns 2015 kritisierte Rollstuhltribüne bei der Hauptbühne (Mainstage) wurde diesmal besser geplant (siehe Fotos). Dieses Jahr konnte man das Geschehen auf der Bühne verfolgen. Ein Fernglas war jedoch von Vorteil, da die Tribüne doch etwas weit weg war. Auch zwei WC-Anlagen wurden in der Nähe der Tribüne platziert. Die Auffahrt war zwar alleine kaum zu bewältigen – dies war jedoch geländebedingt schwer zu vermeiden.

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Die 2012 adaptierten Insel-WC´s (siehe Fotos darunter) sind teilweise noch immer nicht für Rollis zugänglich…

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Auch auf der FM4 – Bühne war neben dem Mischpult eine Rollstuhltribüne errichtet worden.

Bei den aufgestellten Durchgangssperren waren ebenfalls Verbesserungen für „Rollis“ und mobilitätseingeschränkte Personen zu bemerken – eine der Durchgangssperren (zwei schmale, eine breite) war über einen Meter breit.

Rollstuhlnutzer mit einem 29b Parkausweis konnten bis zum Parkplatz auf die Donauinsel (Floridsdorfer Brücke) zufahren.

Startschuss für „Wiener Wege zur Inklusion“ im Rathaus

Startschuss für „Wiener Wege zur Inklusion“ im Rathaus published on

Text: FSW
Innovationsprojekt des Fonds Soziales Wien und des Dachverbands Wiener Sozialeinrichtungen soll neue Leistungen für Menschen mit Behinderung schaffen

Wien (OTS) – Im Wiener Rathaus ist am Montag (27. Juni 2016) das Projekt „Wiener Wege zur Inklusion“ vorgestellt worden. Ziel des vom Fonds Soziales Wien (FSW) initiierten Vorhabens ist es, neue Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Die von FSW-Geschäftsführer Peter Hacker eröffnete Kick-Off-Veranstaltung verzeichnete mit über 150 Gästen regen Zulauf. Interessierte können sich im kommenden Jahr auf unterschiedliche Weise aktiv in den Prozess einbringen.

Im Rahmen der „Wiener Wege zur Inklusion“ sollen Menschen mit und ohne Behinderung konkrete Vorschläge zu den Bereichen Wohnen, Arbeit und Leben erarbeiten, die in Form von Pilotprojekten vom FSW umgesetzt werden können. „Wir wollen über den Tellerrand blicken und die soziale Inklusion weiter vorantreiben. Eine intensive Beteiligung von Menschen mit Behinderung ist uns besonders wichtig, weil sie Expertinnen und Experten in eigener Sache sind“, so FSW-Geschäftsführer Peter Hacker.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag wurden die Ziele und das Vorgehen präsentiert. 
Die Methodik des Design-Thinkings, auf der das Projekt beruht, wurde an eigens gestalteten Ständen veranschaulicht. Bei dieser Methode entwickeln Menschen mit unterschiedlichen Expertisen und Perspektiven Lösungen für komplexe Herausforderungen – vom Beobachten und Verstehen über die Ideenfindung hin zur Ausführung. Einbringen können sich Interessierte an dem bis 2017 laufenden Projekt mittels persönlicher Interviews, Themen-Workshops, Arbeitsgruppen, Feedback-Workshops sowie Online über die Projekt-Website (www.wiener-wege-zur-inklusion.at).

Abgewickelt wird das Projekt vom Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen, im Kernteam sind zudem die Interessensvertretung für Menschen mit Behinderung, das Selbstvertretungszentrum Wien, die MA 24 Gesundheits- und Sozialplanung sowie VertreterInnen weiterer Organisationen im Behindertenbereich und des FSW vertreten. Mit der Planung und Durchführung wurde die Agentur Wonderwerk Consulting beauftragt.

„Soziale Innovation funktioniert am Besten, wenn man gemeinsam mit KundInnen an neuen Ideen arbeitet. Der Ansatz des Design Thinking ist besonders gut geeignet, um in komplexen sozialen Themenstellungen neue Wirkungen zu erreichen“, sagte Wonderwerk-Projektleiter Thomas M. Klein, der auf den Pioniercharakter hinwies. „Im deutschsprachigen Raum gab es bisher noch kein Design-Thinking-Projekt im Sozialbereich, das eine derart breite Partizipation von KundInnen ermöglicht hat.“

Wien hat sich durch die Verabschiedung der UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung dazu bekannt, deren Inklusion voranzutreiben. Für den Fonds Soziales Wien bedeutet das neben der permanenten Evaluierung bestehender Angebote auch neue Wege zu gehen. „Wer Innovationen will, muss auch querdenken. Wir können nicht ‚Wünsch dir was‘ spielen, aber wir wollen neue Angebote finden, ausprobieren und dann überprüfen, ob sie auch funktionieren“, so FSW-Geschäftsführer Peter Hacker.

Weitere Infos: 
www.wiener-wege-zur-inklusion.at

Gefährliche Schienenrampe in Wiener Privatschule

Gefährliche Schienenrampe in Wiener Privatschule published on

Solche Schienenrampen sind seit vielen Jahren in Österreich verboten. Trotzdem wurde in Wien Döbling, Grinzinger Strasse 95, im Lycée français de Vienne eine errichtet (siehe Fotos).

Das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz ist seit 2006 in Kraft – Die Übergangsfrist endete am 1. Jänner 2016!

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Das Lycée français de Vienne ist eine von 488 französischen Schulen im Ausland, die das französische Schulnetzwerk AEFE (Agence pour l’Enseignement Français à l’Étranger) bilden.
Die Schule vereint Schüler verschiedenster Nationalitäten, wodurch der internationale Charakter zum Vorschein kommt: 40% der Schüler sind Österreicher, weitere 40% sind Franzosen und die restlichen 20% kommen aus anderen Ländern (Auszugsweise aus der Webseite).

Wir fordern die verantwortlichen Politiker und Beamten auf, den Sachverhalt zu prüfen. Inklusion sieht anders aus…

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