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U4-Station Pilgramgasse: Nach Umbau bis 2027 nicht barrierefrei?

U4-Station Pilgramgasse: Nach Umbau bis 2027 nicht barrierefrei? published on

Text: Pepo Meia, Niels Cimpa

Nur ein Treppenturm, kein Lift Richtung Heiligenstadt – hätte man kein Provisorium bauen können?
Ab 31. Jänner 2020 hält die U4 wieder in der Station Pilgramgasse. Diese war fast ein Jahr lang für Umbauarbeiten gesperrt. Rollstuhlfahrer sollen jedoch bis 2027 weiter von der Station Pilgramgasse ausgesperrt bleiben.

Die insgesamt einjährige Sperre war im Zuge der Arbeiten an der U2-Verlängerung in den Süden Wiens notwendig geworden. Nach jetzigem Zeitplan wird ab 2027 die U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz fahren – und ab 2029 bis zum Wienerberg. Auf dieser Strecke wird diese auch die Pilgramgasse anfahren, weshalb die Station seit Monaten zum Knotenpunkt erweitert wird und deshalb Großbaustelle ist.

Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, wird von der Pilgramgasse mit der U4 nicht in Richtung Heiligenstadt fahren können. Denn es gibt nur einen Treppenturm zum Bahnsteig – nicht nur für Rollstuhlnutzer ein unüberwindbares Hindernis.

„Ich finde es eine Zumutung für alle, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind!“
So Evelyn Brezina, die aufgrund ihrer Glasknochenkrankheit nicht einmal auf einen Wiener Linien Bus ausweichen kann. Sie wohnt drei Minuten von der Station Pilgramgasse entfernt und muss jedes Mal, wenn sie stadteinwärts fahren will, auf die Station Kettenbrückengasse oder Margaretengürtel ausweichen – falls die Aufzüge dort funktionieren.

Nicht einmal ein Provisorium – Sieben Jahre warten auf Barrierefreiheit ist „unwürdig“
„Man muss ganz klar sagen, die Wiener Linien haben wieder eine Station, die nicht barrierefrei ist. Das ist kein Ruhmesblatt.“, sagt Martin Ladstätter vom Verein BIZEPS, der selbst Rollstuhlfahrer ist.
Völlig unverständlich ist für ihn jedoch, dass die Station bis zum Jahr 2027 nicht barrierefrei bleiben soll. „Das ist für Wien eigentlich nicht würdig. Ich verstehe nicht, warum da keine Alternativen erarbeitet worden sind. Bei einer Dauer von sieben Jahren hätte man sehr wohl auch ein Provisorium bauen können.“
In die andere Richtung nach Hütteldorf soll eine provisorische Rampe zumindest eine eingeschränkte Barrierefreiheit ermöglichen. Denn die Rampe weist eine Steigung von bis zu zehn Prozent auf. „Es wird einige geben, die das schaffen werden, aber viele, die das nicht schaffen werden.“ Laut Ladstätter ist die Station Pilgramgasse nicht die einzige, in der die Barrierefreiheit zumindest eingeschränkt ist. Sein Fazit: „Die Wiener Linien haben in den letzten Jahren bei der Barrierefreiheit leider nachgelassen. Hier erwarte ich mir mehr Engagement.“

Artikel zum Thema:
Nach Wiedereröffnung: Keine Liftanlagen in U4-Station Pilgramgasse (vienna.at vom 23.12.2019)
U4-Station Pilgramgasse nicht barrierefrei (orf.at vom 28.12.2019)
U-Bahnstation Pilgramgasse bleibt sieben Jahre ohne Aufzug (kurier.at vom 28.12.2019)
Wiedereröffnung der U4 Station Pilgramgasse erfolgt Ende Jänner 2020 – wieder gänzlich barrierefrei wird sie erst 2027 (BIZEPS online vom 28.12.2019

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